. Schmerzen im Fuß

Was tun bei Fersensporn?

Die Fußsohle schmerzt, so dass man kaum auftreten kann: Dann könnte ein Fersensporn die Ursache sein. Helfen können unter anderem Einlagen, Physiotherapie oder Stoßwellentherapie. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen notwendig.
Fersensporn

Schmerzen in der Fußsohle - Dabei kann es sich um einen Fersensporn handeln

Beim Fersensporn handelt es sich um einen knöchernen Auswuchs am Fersenknochen. Er entsteht durch Überlastung und daraus folgenden kleinsten Verletzungen am Sehnenansatz. Hält die Fehlbelastung weiter an, kann sich das Gewebe um den Knochenauswuchs herum entzünden – so entstehen die typischen Schmerzen.  

Begünstigt wird ein Fersensporn durch Übergewicht, Muskelschwäche, Fehlstellungen, einseitige Belastungen oder falsches Schuhwerk. Als Therapie kommen verschiedene Maßnahmen in Frage. Zwar ist die Behandlung oft langwierig, zeigt aber in der Regel nach einigen Wochen oder Monaten Wirkung. Nur selten ist eine Operation notwendig.

Erste Maßnahmen: Einlagen und Schmerzmittel

Bei der Behandlung des Fersensporn geht es in erster Linie um eine Reduzierung der Belastung sowie die Schmerzlinderung. Meist werden zunächst Einlagen verschrieben: Gepolsterte Fersenkissen verringern den Druck auf die Ferse und damit die Schmerzen bei Gehen.

Auch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können zum Einsatz kommen. Zusätzlich kann der Arzt im akuten Stadium entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortison und örtliche Betäubungsmittel um den Fersensporn herum spritzen. Als Dauertherapie sind diese Maßnahmen jedoch nicht geeignet.

 

Entlastung und Physiotherapie können helfen

Um den Druck auf die Füße weiter zu verringern, kann der Abbau von Übergewicht sinnvoll sein. Außerdem sollten einseitige Belastungen nach Möglichkeit vermeiden werden. Wer viel Sport treibt, sollte auf geeignetes Schuhwerk sowie die richtige Lauftechnik achten. Ergänzt werden können diese Maßnahmen durch Physiotherapie. Dabei werden die Muskeln und Sehnen an der Fußsohle gedehnt und gekräftigt. Als Nebeneffekt wird das Gewebe besser durchblutet, was die Heilung zusätzlich fördert.

Stoßwelltherapie bei Fersensporn ist Kassenleistung

Hilft all dies nicht, können Stoßwellen oder Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen. Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) lenkt der Arzt Stoßwellen auf die betroffene Stelle, wodurch es zu einer Verminderung bis hin zum völligen Verschwinden der Schmerzen kommen kann. Seit Juli 2018 werden die Kosten für die extrakorporale Stoßwellentherapie von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Ein weiterer möglicher Therapieansatz ist eine niedrigdosierte Röntgenbestrahlung. Die Studienlage hierzu ist allerdings gering. Daher kommt die Behandlung nur für Patienten in Frage, bei denen Einlagen, Physiotherapie und Schmerzmittel keine Linderung gebracht haben. Eine Operation bleibt beim Fersensporn die absolute Ausnahme – auch weil Komplikationen auftreten können und der Eingriff nicht immer den gewünschten Erfolg bringt.

Das können Sie selbst tun

Wer Beschwerden an der Fußsohle hat, kann auch einiges selbst tun, damit diese nicht schlimmer werden. Vorbeugend kann ein Training der Fußmuskeln wirken, da gestärkte Muskeln Belastungen und Stöße besser abfangen können, was wiederum die Sehnen entlastet. Empfohlen wird zum Beispiel, barfuß auf unebenen Böden wie einer Wiese oder am Strand zu laufen oder Papier mit den Zehen aufzuheben.

Auch Dehnungsübungen sind sinnvoll. Dafür kann ein Tennisball unter der Fußsohle platziert und mit kräftigem Druck hin- und hergerollt werden. Eine andere Möglichkeit ist es, sich nur mit dem Fußballen auf eine Treppenstufe zu stellen und danach die Fersen nach unten sinken zu lassen, bis ein leichter Dehnungsschmerz in der Fußsohle zu spüren ist.

Foto: © SENTELLO - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Knochen , Orthopädie , Schmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fersenschmerz

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Immer öfter klagen Verbraucher nach dem Verzehr von Produkten aus Weizenmehl über gesundheitliche Probleme. Kurios dabei ist: Manche vertragen die Brötchen vom einen Bäcker nicht, die vom anderen schon. Viele haben Probleme mit Weizen, aber nicht mit Dinkel – dabei sind beide Getreide eng verwandt. Ein Forschungsprojekt der Uni Hohenheim liefert neue Erkenntnisse darüber, warum.
Müdigkeit ist in der Regel ein normales, gesundes Gefühl, das uns darauf aufmerksam macht, dass wir Erholung brauchen. Doch manche Menschen fühlen sich immer müde, auch wenn sie ausreichend schlafen. Dann können ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.
Psychedelische Substanzen wie LSD oder Ketamin sind illegale Drogen. Doch Menschen mit schwer behandelbaren Depressionen können die Psychedelika (eng. Psychedelics) mitunter helfen. Der Psychiater Prof. Bernhard Baune vom Universitätsklinikum Münster fasst den aktuellen Stand der Forschung zusammen.
 
 
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.