
Verspannungen im Nackenbereich können sehr schmerzhaft sein – Foto: Lars Zahner - Fotolia
Die Hauptursachen für Nackenschmerzen sind eine falsche Haltung und überlastete Muskeln im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich. Auf Dauer verkürzen und verhärten sich die Muskeln, und schon eine geringfügige Zusatzbelastung reicht dann aus, um die mühsam aufrechterhaltene Balance zum Kippen zu bringen. Bei einem sogenannten „steifen Hals“ können wir den Kopf sogar kaum noch bewegen. Doch so weh es tut, meist stecken auch hier „nur“ Muskelverspannungen und Verkrampfungen dahinter. Kälte oder Zugluft können das Problem noch verstärken.
Nackenschmerzen – fast immer liegt es an den Muskeln
Neben Verspannungen und Verhärtungen der Muskeln können auch degenerative Prozesse in der Wirbelsäule und in den Bandscheiben zu Nackenschmerzen führen. Allerdings ist ein gewisser Verschleiß normal und muss nicht mit Schmerzen einhergehen. Nackenschmerzen sind hingegen fast immer die Folge von einer unterentwickelten Muskulatur. Verstärkt werden können die Verspannungen noch durch seelische Probleme. Seltener sind Muskelzerrungen, die entstehen können, wenn man einen „kalten“ Muskel plötzlich stark beansprucht.
Dass ernsthafte Erkrankungen hinter den Schmerzen stehen, wie beispielsweise Osteoporose, Bandscheibenvorfälle oder Rheumatismus, ist eher selten. Verletzungen der Halswirbelsäule kommen schon etwas häufiger vor und können schwerwiegende neurologische Schäden nach sich ziehen. Eher unkompliziert ist hingegen das Schleudertrauma, das meist auch schnell abklingt. Mitunter liegt bei Nackenschmerzen auch ein sogenanntes Fibromyalgiesyndrom vor, das mit erheblichen Schmerzen im ganzen Körper einhergeht. Sogar bestimmte Herzprobleme können die Ursache von Nackenschmerzen sein. Bei dauerhaften Schmerzen unklarer Ursache sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Was hilft gegen Nackenschmerzen?
Zur Akutbehandlung sind am besten Wärme und eine sanfte Massage geeignet. Die Wärme bewirkt eine stärkere Durchblutung des Muskels, wodurch Schmerzen gelindert werden und kleine Verletzungen schneller abheilen können. Geeignet sind Thermoauflagen oder eine sogenannte „heiße Rolle“. Dabei wird ein Frottierhandtuch einmal der Länge nach gefaltet und fest zusammengerollt. Dann wird heißes Wasser langsam ins Innere der Rolle gegeben. Der Betroffene sollte sich nun mit dem Nacken auf der Rolle auf den Rücken legen. Die Wärme kann nun von der Mitte des Handtuchs nach außen dringen.
Auch kurzfristig angewendete Schmerzmittel können sinnvoll sein, um aus dem Teufelskreis von Anspannung und Schmerzen zu entkommen. Halskrawatten (Zervikalstützen) können zur Ruhigstellung und Stabilisierung der Halswirbelsäule dienen, werden aber nur noch selten angewandt. Sinnvoll kann Physiotherapie sein, um die Muskeln zu kräftigen und zu dehnen. Chirotherapie oder Manuelle Medizin finden im Halsbereich hingegen eher zurückhaltend Anwendung. Vor einer Manipulation am Hals müssen auf jeden Fall strukturelle Veränderungen an der Wirbelsäule ausgeschlossen werden.
Als unterstützende Maßnahmen können auch Anwendungen aus dem Bereich der Komplementärmedizin wie beispielsweise Akupunktur ausprobiert werden. Tauchen Nackenschmerzen vor allem morgens auf und sind mit zusätzlichen Schmerzen und Steifheit des Kiefergelenks verbunden, kann auch nächtliches Zähneknirschen der Auslöser sein. Dann kann unter Umständen eine Aufbissschiene helfen.
Wie kann man vorbeugen?
Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Nackenschmerzen ist Bewegung. Dabei müssen es nicht unbedingt spezielle Übungen für den Nacken sein. Schon Spaziergehen kann sinnvoll sein. Besonders geeignet ist Rückenschwimmen, aber auch Walken oder Gymnastik zeigen gute Wirkung. Zudem sollte man immer wieder seine Haltung überprüfen. Immer häufiger hört man heute auch vom „Handynacken“. Das stundenlange Starren auf den Bildschirm bei gebeugter Kopfhaltung führt zu einer großen Belastung der Nackenmuskulatur. Auch hier sollte man auf seine Haltung achten und immer wieder Pausen einlegen. Ebenfalls wichtig zur Vorbeugung sind ein ergonomischer Arbeitsplatz und ausreichend Pausen zur Entspannung und Lockerung.
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