Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Was man über Herzrhythmusstörungen wissen sollte

Das Tückische an Herzrhythmusstörungen ist: Je nach Ursache, Ursprungsort im Herz und Schweregrad, können sie entweder harmlos oder akut lebensbedrohlich sein. Damit sie nicht zur Gefahr für Herz, Gehirn und andere Organe werden, müssen sie frühzeitig erkannt werden.
Herzrhythmusstörungen - Symbolbild mit EKG-Kurve, rotem Herz aus Moosgummi und Stethoskop.

Durch Pulsmessung beim Arztbesuch, in der Apotheke oder ganz einfach zu Hause lässt sich leicht ein unregelmäßiger Herzschlag feststellen. Das kann helfen, einen Schlaganfall und andere Herz-Komplikationen aufgrund von unentdecktem Vorhofflimmern zu verhindern.

Nicht jede Herzrhythmusstörung ist bedrohlich oder sofort behandlungsbedürftig. Wenn sie aber bedrohlich ist, kann sie aussehen wie bei dem tragischen Zwischenfall während der Fußball-Europameisterschaft im Juni. Mitten im Spiel gegen Finnland brach der dänische Fußballprofi Christian Eriksen auf dem Platz zusammen: Herzstillstand. Dank sofortiger Reanimation hat er überlebt – und ist glücklicherweise wieder genesen.

Herzstolpern, Herzjagen, plötzliche Aussetzer

In Deutschland werden jährlich über 490.000 Menschen wegen Herzrhythmusstörungen im Krankenhaus behandelt. Allein an der häufigsten anhaltenden Herzrhythmusstörung, dem sogenannten Vorhofflimmern, leiden hierzulande circa 1,8 Millionen Menschen. Meistens führen erst Beschwerden wie Herzstolpern, Herzjagen und plötzliches Aussetzen des Herzschlages viele Betroffene zum Kardiologen. „Je nach Art der Rhythmusstörung und der Grunderkrankung, die zur Rhythmusstörung geführt hat, ist das aber möglicherweise schon zu spät. Denn unbemerktes Vorhofflimmern kann zum Schlaganfall führen“, warnt Thomas Voigtländer, Kardiologe und stellvertretender Vorstandschef der Deutschen Herzstiftung, anlässlich des Weltherztags am 29. September.

 

Herzrhythmusstörung Nr. 1: Vorhofflimmern

Das Vorhofflimmern ist die harmlosere Variante von Herzrhythmusstörungen, was nicht heißt, dass es ungefährlich wäre. Beim Vorhofflimmern rast das Herz oder stolpert, dazu kommen Schwindel, Luftnot und eine verminderte Leistungsfähigkeit. Nicht jeder Betroffene verspürt Symptome, doch diese Herzrhythmusstörung birgt eine lebensbedrohliche Gefahr in sich: „Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder eine Herzschwäche zu entwickeln, ist bei Patienten mit Vorhofflimmern stark erhöht“, heißt es in einer Information der Deutschen Herzstiftung.

Vorhofflimmern: Früh erkennen und behandeln rettet Leben

„Es ist daher wichtig, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, sagt Kardiologe Voigtländer. „Messen Sie regelmäßig ihren Blutdruck und Puls, um unbemerktes Vorhofflimmern zu vermeiden.“ Mithilfe der Pulsmessung beim Arztbesuch, in der Apotheke oder ganz einfach zu Hause ließen leicht ein unregelmäßiger Herzschlag feststellen und somit ein Schlaganfall und andere Herz-Komplikationen aufgrund von unentdecktem Vorhofflimmern verhindern.

Vorhofflimmern: Häufig ab 60 und bei Bluthochdruck

In Deutschland ist Vorhofflimmern für 20 bis 30 Prozent der ischämischen Schlaganfälle (häufigste Form des Schlaganfalls) und Fälle von Herzschwäche („Herzinsuffizienz“) verantwortlich. Vorhofflimmern kommt bei Personen über 60 Jahren und bei Patienten mit Bluthochdruck gehäuft vor.

Herzrhythmusstörung Nr. 2: Kammerflimmern

Kammerflimmern gilt als die bösartigste Form der Herzrhythmusstörung. Innerhalb weniger Sekunden führt Kammerflimmern zum Herzstillstand. Nach circa zehn Minuten tritt der Tod ein, wenn nicht Außenstehende bei einem beobachteten Herzstillstand sofort den Rettungsdienst (112) rufen und mit der Herzdruckmassage beginnen.

Kostenfreie Ratgeber bei der Deutschen Herzstiftung

Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ der Deutschen Herzstiftung informiert über Ursachen, Diagnose und Behandlung von Vorhofflimmern. Interessierte können die 136 Seiten starke Broschüre kostenfrei bestellen unter der Telefonnummer  069 955128-400 oder unter dem Website-Link www.herzstiftung.de/bestellung. Online-Infos zu Vorhofflimmern bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/vorhofflimmern.

Foto: AdobeStock/Gecko Studio

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Herzrhythmusstörungen , Vorhofflimmern , Schlaganfall
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Herzgesundheit“

Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall: In jedem zweiten Fall sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auf einen wenig gesundheitsbewussten Lebensstil zurückzuführen. Die Deutsche Herzstiftung hat ein Sieben-Punkte-Programm aufgelegt, mit dem Noch-nicht-Patienten etwas für ihren kostbaren „Motor", das Herz, tun und wie sie lebensbedrohlichen Erkrankungen vorbeugen können: mit Bewegung, Mittelmeerküche und Inseln der Ruhe im Alltag.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Das Gehirn als Denkfabrik des Menschen produziert nicht nur schlaue Gedanken und speichert Wissen und Erfahrungen. Es produziert auch materiellen Stoffwechsel-Abfall: 2,5 Kilo im Jahr, doppelt so viel wie das eigene Organgewicht. Damit das Gehirn funktionstüchtig und gesund bleibt, muss es gereinigt werden – und dies geschieht vor allem nachts. Ein Grund, warum gesunder Schlaf lebenswichtig ist.


Die Zahl der Diabetesfälle ist dabei zu explodieren – in Deutschland wie weltweit. Die WHO spricht schon jetzt von einer weiteren „Pandemie“. Ein Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt, was jeder Einzelne selbst tun kann und sollte, um sein persönliches Risiko für eine Diabetes-Erkrankung zu reduzieren.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin