Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Was man selbst gegen Demenz tun kann

Freitag, 5. November 2021 – Autor:
Nach wie vor ist Demenz nicht heilbar. Aber jeder kann sein Risiko, daran zu erkranken, senken. Oder daran arbeiten, dass nach gestellter Diagnose der geistige Verfall abgebremst wird. Was hilft: körperliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck in den Griff bekommen; oder das Gehirn fit halten durch ein lebendiges soziales Umfeld oder Betätigungen, die das Gedächtnis fordern.
Seniorin lernt Fremdsprache mit Kopfhörer und Schreibblock.

Eine neue Fremdsprache lernen – mit 80: Tätigkeiten, die das Gehirn fithalten, können helfen, das Risiko für eine Demenz-Erkrankung zu senken. – Foto: AdobeStock/Tanja Esser

Wenn es plötzlich von der Küche her verbrannt riecht und unter Rauchschwaden ein verkohltes Etwas in der Pfanne liegt, was gerade noch ein Spiegelei werden sollte, kann das einfach Vergesslichkeit sein oder ein Telefonanruf, der dazwischenkam. Oder: ein Anzeichen für eine beginnende Demenz.

Was passiert im Körper bei Demenz?

Demenz ist der langsame Verlust von Selbstverständlichem: von Verstand, Gefühl und sozialer Kompetenz. Als das Leitsymptom aller Demenz-Erkrankungen gilt die Störung des Gedächtnisses. Es beginnt mit einem nachlassenden Kurzzeitgedächtnis. Im fortgeschrittenen Stadium verlieren Betroffene den Zugriff selbst auf fest eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses. Im langen Lauf des Lebens erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten gehen dann verloren. Im sehr weit fortgeschrittenen Stadium kann es passieren, dass Demente nicht einmal mehr ihre eigenen Partner, Kinder oder Enkel erkennen können.

 

Demenz: Das sind körperliche Risikofaktoren

Trotz Fortschritten in der Medizin ist Demenz noch immer nicht heilbar. Es kann aber gelingen, den Verlust von Geisteskraft und Persönlichkeit zu verzögern, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird. An folgenden Risikofaktoren lohnt es sich zu arbeiten: Hohe Blutdruckwerte zum Beispiel können auf lange Sicht das Risiko erhöhen, an einer Demenz zu erkranken. „Lassen Sie daher Ihren Blutdruck regelmäßig beim Hausarzt überprüfen. Der Arzt oder die Ärztin weiß, welche Werte kritisch sind und ob Sie Medikamente benötigen“, heißt es im „Senioren Ratgeber“, einem Kundenmagazin von Apotheken. „Forscher haben zudem festgestellt, dass Schwerhörigkeit Probleme mit dem Gedächtnis hervorrufen kann. Deshalb: regelmäßig das Gehör kontrollieren lassen.“

Auch Stress erhöht das Demenz-Risiko

Auch Stress kann auf Dauer das Gedächtnis angreifen. Bei anhaltenden Belastungen schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Cortisol aus. Ein erhöhter Cortisolspiegel geht oft mit Bluthochdruck, Schlafstörungen, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Hier können Stressbewältigungstechniken helfen wie Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Yoga) und bewusste Auszeiten im Alltag.

Eine Langzeitstudie aus Japan weist auf einen Zusammenhang zwischen der Zahngesundheit und dem Demenzrisiko hin. Demnach ist das Risiko, an Demenz zu erkranken, fast doppelt so groß, wenn dreizehn oder mehr Zähne fehlen und die Lücken nicht mit festem Zahnersatz versorgt sind.

Erste Anti-Demenz-Maßnahme: Fitnesstraining fürs Gehirn

Die allererste Präventivmaßnahme, die Ärzte empfehlen, ist: das Gedächtnis nutzen und trainieren. In Analogie zur körperlichen Fitness ist nicht umsonst ist die Rede von „Gehirn-Jogging“: Damit fördert man die Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Die Experten vom Senioren Ratgeber empfehlen: „Finden Sie geistig stimulierende Tätigkeiten, die Ihnen Spaß machen, egal ob Lesen, das Lernen einer Sprache oder Spielen eines Instruments, Singen, Tanzen, Schachspielen.“

Gutes soziales Umfeld senkt Demenzrisiko ebenfalls

„Auch ist es wichtig, soziale Kontakte zu pflegen, sich mit Freunden und Familie zu verabreden“, heißt es im Senioren Ratgeber weiter. Ideal sind demnach Hobbys, die man gemeinsam mit anderen ausüben kann. Menschen, die wenig Umgang mit anderen haben und sich einsam fühlen, erkranken häufiger an einer Depression. Und die kann eine Demenz begünstigen. Auch bei beginnender Demenz ist ein gutes soziales Umfeld wichtig, da es den Menschen so besser geht.

Demenz-Prävention – die Checkliste:

  • das Gedächtnis fordern
  • Schwerhörigkeit ernst nehmen
  • Bluthochdruck senken
  • das Körpergewicht unter Kontrolle halten
  • Depressionen frühzeitig behandeln lassen
  • mit dem Rauchen aufhören
  • körperlich aktiv sein
  • gesund essen
  • soziale Kontakte pflegen
  • soziales Engagement betreiben.
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz , Gedächtnis , Alter
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Demenz“

Viele Eltern meinen es gut, wenn sie vor ihren Kindern über eine Demenz bei deren Großeltern nicht sprechen. Sie wollen sie nicht belasten. So schwer es für Kinder ist, diese Erkrankung zu verstehen – so sehr spüren sie, dass etwas nicht stimmt. Experten raten deshalb zu einer kindgerechten Offenheit.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Plötzlicher Herzstillstand: Für zufällig Anwesende oder Angehörige ist das selbst eine Extremsituation. Aus Aufregung oder aus Angst davor, etwas falsch zu machen, wird oft gar nichts gemacht. Dabei kommt es hier wirklich auf Minuten an – und durch entschlossenes Handeln kann man Leben retten. Eine App der Deutschen Herzstiftung begleitet Laien dabei, im Herznotfall richtig zu reagieren.


Sie gehört zu den heftigsten Schmerzerfahrungen, die Menschen machen können. Schauplatz der Attacken ist das besonders stark mit Nerven versorgte und deshalb besonders empfindliche Gesicht. Frauen trifft es häufiger als Männer, meist beginnt die Schmerzkrankheit ab einem Alter von 40: die Trigeminusneuralgie.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin