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Was können Arbeitgeber für die Integration psychisch Kranker tun?

Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung haben es nicht leicht auf dem Arbeitsmarkt. Was können Arbeitgeber tun, um Betroffenen den Wiedereinstieg in den Job zu ermöglichen? Was brauchen die Unternehmen? Das wurde auf einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) und Gesundheitsstadt Berlin diskutiert.
Am Arbeitsplatz sollte offen mit der psychischen Erkrankung umgegangen werden

Ein offener Umgang mit der psychischen Erkrankung erleichtert die Rückkehr in den Job

Offen damit umgehen, hieß die erste Prämisse auf dem Podium. Nicht nur der Chef  sondern auch die Kollegen müssen damit rechnen, dass es bei dem neuen Mitarbeiter  Krisenphasen geben kann. Die lassen sich leichter bewältigen, wenn alle Bescheid wissen.

Jens Schuster, Geschäftsführer des Berliner Mittelständlers Bohmeyer & Schuster, hat eine junge Frau mit Borderline-Diagnose eingestellt. Sie ist mittlerweile Führungskraft und „eine Stütze des Unternehmens“. Es gab bei ihr eine längere Krankschreibung - vier Wochen -, insgesamt fehle die Mitarbeiterin nicht häufiger als ihre Kollegen. „Menschen sind nicht nur wirtschaftliche Kennzahlen“, betonte Schuster.

Arbeitgeber für psychisch Kranke: Achtsam sein

Dietmar Linne, Vorstand der Beschäftigungsförderung Göttingen, hat in seiner Einrichtung einen Hausmeister mit einer psychiatrischen Erkrankung engagiert - und mit dem Team eine Art Sicherheitsnetz gespannt: „Alle achten darauf, dass er sich nicht überfordert und etwa am Wochenende durcharbeitet.“ 

Die Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeber (BdA) beteiligt sich bereits an der Integrations-Initiative: „Inklusion gelingt!“. Ob Menschen mit psychischen Erkrankungen die Chance auf einen Arbeitsplatz bekommen, hänge nicht von der Größe des Unternehmes ab, sondern vom Willen in der Chefetage, meint BdA-Vertreterin Christina Ramb. Förderungsinstrumente gebe es, sie seien aber nicht allen bekannt. 

 

Externer Ansprechpartner entlastet Arbeitgeber

Wenn ein Unternehmer weiß, wen er im Krisen- oder Problemfall anrufen kann, bedeute das eine große Entlastung. Das ist die Erfahrung von Monika Labruier, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Füngeling Router. Ihre Firma vermittelt Menschen mit Handicap als Arbeitnehmer und begleitet sie dabei mit einem externen „personal coach“.

Ulf Fink, Vorsitzender von Gesundheitsstadt Berlin e.V., forderte von Arbeitgebern, sich vom Leitbild der Vollzeitbeschäftigung zu lösen und Arbeitszeiten von vier oder sechs Stunden am Tag anzubieten. Zugleich sollten Unternehmen, die Menschen mit psychischen Erkrankungen einstellen, Ausgleichszahlungen erhalten – und zwar unbefristet. DGPPN-Präsidentin Dr. Iris Hauth schloss die Tagung mit einer Anregung: „Warum nicht einen Inklusions-Award für Arbeitgeber auflegen?“

Foto: daizuoxin

Hauptkategorie: Prävention und Reha
 

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