. Durchblutungsstörungen im Gehirn

Was ist eine vaskuläre Demenz?

Bei einer vaskulären Demenz kommt es zu einem langsamen, aber fortschreitenden Verlust von geistigen Fähigkeiten, ausgelöst durch Gefäßveränderungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen.
vaskuläre Demenz

Etwa 1,7 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz; die vaskuläre Demenz kommt nach Morbus Alzheimer am zweithäufigsten vor

Es gibt verschiedene Formen der Demenz. Dazu gehören unter anderem Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, frontotemporale Demenz oder Lewy-Körperchen-Demenz. Insgesamt werden unter dem Begriff „Demenz“ über 50 Krankheiten zusammengefasst, bei denen die Gehirnleistung abbaut. Die häufigste Demenzform ist Morbus Alzheimer, die zweithäufigste die vaskuläre Demenz. Nicht immer ist es jedoch möglich, zwischen beiden Formen eindeutig zu unterscheiden; zudem kommt es auch zu Mischformen.

Durchblutungsstörungen lassen Nervenzellen absterben

Die Ursache der vaskulären Demenz sind Durchblutungsstörungen im Gehirn. Dadurch kommt es nach und nach zu einem Absterben von Nervenzellen. Vom Ausmaß der Durchblutungsstörung ist es abhängig, wie ausgeprägt die Demenz ist. Der Beginn der vaskulären Demenz ist oft schleichend, das Fortschreiten allmählich. Anders als bei der Alzheimer-Erkrankung stehen meist nicht Gedächtnisstörungen als Symptome im Vordergrund, sondern eher Verlangsamung, Denkschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen.

Die häufigste Variante der vaskulären Demenz wird durch eine Wandverdickung in kleinen Blutgefäßen hervorgerufen, welche die tiefen Strukturen des Gehirns mit Blut versorgen. Eine seltenere Form stellt die sogenannte Multi-Infarkt-Demenz dar. Hier kommt es zu vielen kleinen, unbemerkten Schlaganfällen.

 

Bluthochdruck und Diabetes wichtige Risikofaktoren

Zu den wichtigsten Risikofaktoren einer vaskulären Demenz gehören Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen – und vor allem höheres Lebensalter. Die Diagnose wird durch die Anamnese, eine körperliche Untersuchung, neurologische Tests und bildgebende Verfahren gestellt.

Frühe Diagnose wichtig

Therapiert werden kann die vaskuläre Demenz selbst nicht. Jedoch kann ihr durch eine rechtzeitige Behandlung der Risikofaktoren vorgebeugt oder ihr Verlauf verlangsamt werden – beispielsweise indem ein zu hoher Blutdruck gesenkt oder Blutzuckerwerte richtig eingestellt werden.

In einigen Fällen können auch spezielle Medikamente, sogenannte Anti-Dementiva, zum Einsatz kommen. Da eine Demenz für die Betroffenen wie auch ihre Angehörigen außerordentlich belastend sein kann, ist es wichtig, so früh wie möglich professionellen Rat einzuholen, um einer Verschlechterung der Erkrankung entgegenzuwirken.

Foto: Adobe Stock / Coloures-Pic

Autor: anvo
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alter , Diabetes , Demenz , Gefäßerkrankungen , Bluthochdruck , Übergewicht , Rauchen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Vaskuläre Demenz

| Für die Behandlung der Alzheimer-Demenz gibt es nach wie vor keine wirksamen Therapien. In einer Phase-II-Studie wurde nun das Krebsmedikament Nilotinib an Patienten getestet. Es könnte gegen die neurodegenerative Erkrankung helfen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Das verstaubte Image von Gesundheitsämtern wird aufpoliert: Im Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst stellt der Bund vier Milliarden Euro für mehr Personal, Digitalisierung und moderne Strukturen zur Verfügung. Deutschlands bekannteste Amtsärztin Dr. Ute Teichert sprach auf dem Demografiekongress in Berlin von einem „historischen Ereignis“.
Wissenschaftler der Universität Mainz haben herausgefunden, dass über die Nahrung aufgenommenes Spermidin die Darmgesundheit steigert und so das Immunsystem stärkt.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.