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22.05.2021

Was ist eine Kreuzallergie?

Pollenallergien sind eigentlich schon lästig genug. Mehr als 50 Prozent der Pollenallergiker haben aber zusätzlich noch eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel, die „Kreuzallergie“. Sie entsteht, weil diese unterschiedlichen Allergene ähnliche Eiweiße enthalten. Das Immunsystem hält sie für gefährlich und bekämpft sie, obwohl sie völlig harmlos sind.
Frau hält sich den Hals, wegen allergischer Reaktionen nach dem Verzehr von Nüssen.

Viele Pollenallergiker reagieren auch auf Nahrungsmittel allergisch. Nach dem Verzehr von Nüssen, rohen Karotten, Pfirsichen oder Feigen kitzelt es in Mund und Rachen – bis hinauf in die Ohren.

Bei einer allergischen Reaktion reagiert das Immunsystem des Körpers auf bestimmte, eigentlich harmlose nicht-körpereigene Eiweiße. Infolge dieser Fehlsteuerung des Immunsystems stuft er diese Fremdeiweiße (Allergene) als Krankheitserreger ein, zumindest aber als Fremdkörper –  und bildet Abwehrstoffe (IgE-Antikörper), um diese Substanzen zu bekämpfen. Typische Auslöser für Allergien sind Hausstaubmilben, Haus- und Nutztiere, Insektengifte, Schimmelpilze oder sogenannte Kontaktallergene (nickelhaltiger Schmuck, Duftstoffe). In der warmen Jahreszeit kommt Blütenstaub dazu: die Pollen von Gräsern, Kräutern, Getreide, Sträuchern und Bäumen.

Juckreiz im Mund- und Rachenraum

Als sei eine Pollenallergie mit tränenden Augen, Niesreiz, Fließschnupfen und Atembeschwerden bis hin zum Asthma bronchiale nicht schon lästig genug, gibt es bei diesen Patienten eine Besonderheit: die Kreuzallergie. Eine Kreuzallergie entsteht, weil die unterschiedlichen Allergene ähnliche Eiweiße enthalten, auf die das Immunsystem reagiert. „Über 50 Prozent der Pollenallergiker reagieren auch auf Nahrungsmittel allergisch“, heißt es in einer Patienteninformation der Techniker Krankenkasse (TK). Die typischen Symptome treten beispielsweise nach dem Verzehr von Nüssen, rohen Pfirsichen oder Äpfeln auf und äußern sich als Kribbeln und Juckreiz in Mund, Hals und Ohren und Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute.

 

Kreuzallergie: Wer reagiert auf was?

Patienten mit Frühblüher-Allergie:

Wer auf Frühblüher reagiert, verträgt hauptsächlich keine Haselnüsse, rohes Kern- (Apfel, Birne) und Steinobst (Pfirsich, Aprikose, Kirsche, Pflaume und Zwetschge), Kiwi, Mandel, Walnuss, rohes Gemüse wie Sellerie, Karotte, Kartoffel, Tomate.

Patienten mit Kräuter-Allergie:

Beifuß gilt als Leit-Allergen für Kräuter- und Gewürzallergien. Eine Beifuß-Allergie geht häufig einher mit einer Allergie gegen Tomate, Sellerie, rohe Karotte, Kiwi, Mango, Litschi, Avocado, Pfefferminz- und Kamillentee, verschiedene Gewürze, besonders schwarzen Pfeffer, Paprika.

Patienten mit Gräser- und Getreide-Allergie:

Bei Gräser- oder Getreidepollenallergikern können Reaktionen auf rohe Tomate, Melone und Erdnuss auftreten.

Häufigste Kreuzreaktion bei Sellerie

„Am häufigsten ist eine Kreuzreaktion auf Sellerie“, sagen die Gesundheitsexperten der TK. „Gleichzeitig sind häufig auch andere Gemüse und Gewürze wie rohe Karotte, rohe Tomate, Anis, Koriander, Kümmel, Curry und Chilipfeffer unverträglich.“

Kreuzallergie: Gemüse kochen hilft

Die Empfehlungen für den einzelnen Pollenallergiker sind individuell unterschiedlich. „Nicht immer ist ein ganzjähriger Verzicht auf zum Beispiel rohes Obst nötig“, heißt es bei der Techniker Krankenkasse. „Viele pflanzliche Nahrungsmittelallergene sind nicht hitzestabil und somit in gekochter Nahrung verträglich.“

Jeder Dritte Deutsche kennt Allergien

Bei etwa jedem dritten Menschen in Deutschland wird nach Erkenntnissen der Krankenkasse „Barmer“ im Laufe des Lebens eine allergische Erkrankung festgestellt. Allergien beginnen meist schon im Kindes- und Jugendalter und bleiben oft ein Leben lang bestehen. Etwa 20 bis 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen haben Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis. Manche Allergien bilden sich im Erwachsenenalter wieder zurück. So können bestimmte Nahrungsmittelallergien wie gegen Milch oder Hühnerei auch wieder verschwinden – eine Erdnussallergie in der Regel nicht. 

Allergiefördernd: Luftverschmutzung und Zigarettenrauch

In den vergangenen 30 Jahren ist die Zahl der Menschen mit Allergien gestiegen. Die Neigung zu einer Allergie ist zwar häufig familiär bedingt. Ob daraus eine Allergie entsteht, hängt unter anderem auch von Umwelteinflüssen ab. So können Faktoren wie Luftverschmutzung und Zigarettenrauch Allergien und Folgeerkrankungen wie Asthma begünstigen. Die Neinung zu Allergien nennen Fachleute „Atopie“.

Foto: AdobeStock/ Goffkein

Hauptkategorie: Medizin
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