Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Was hilft, wenn die Haut Wärme nicht mag?

Der Sommer ist da. Doch manche Menschen können die warme Jahreszeit gar nicht genießen. Ihre Haut wehrt sich mit Pusteln, Bläschen, Quaddeln und mitunter sogar mit stechendem Schmerz gegen die Wärme. Was steckt dahinter und was hilft?
Hautprobleme bei Hitze

Hitze - wen juckts? Hitzeallergie, Schweißallergie und Co. sind lästig.

In den Hautfalten juckt es an warmen Tagen bis zur Unerträglichkeit? Überall, wo sich Schweiß bildet, entstehen Rötungen, Bläschen oder Pusteln? Diese Symptome deuten auf eine cholinergische Urtikaria hin, auch cholinerge Urtikaria genannt. Als Urtikaria werden in der Fachsprache alle Formen der Nesselsucht bezeichnet. Deshalb ist bei den beschriebenen Symptomen auch die Rede von der Schwitz- oder Schweiß-Nesselsucht, oder von einer Hitzeallergie.

Mit einer Allergie hat das Ganze aber nur wenig zu tun. Denn die Hauterscheinungen sind nicht die Folge einer Fehlreaktion des Immunsystems. Wie bei einer Allergie kommt es aber auch bei der cholinergischen Urtikaria zu einer Histaminausschüttung im Körper – und damit zum Jucken. Lebensgefährlich wie eine allergische Reaktion kann die Hautreaktion auf den eigenen Schweiß aber für gewöhnlich nicht werden.

Wie kann man Hitzepusteln vermeiden?

Die sicherste Art, den unangenehmen und mitunter quälenden Hautreaktionen ein Schnippchen zu schlagen, besteht darin, Hitze und Schweiß zu vermeiden. Doch das ist nicht immer machbar und oft auch gar nicht wünschenswert. Denn auch bei den meisten Sportarten gerät man leicht ins Schwitzen.

Hilfreich kann es sein, Tagebuch darüber zu führen, wann die Pusteln entstehen. Möglicherweise zeigt sich, dass sie bei bestimmten Kleidungsmaterialien oder nach einem bestimmten Essen gehäuft auftreten. So enthalten manche Lebensmittel von sich aus Histamin und steigern damit den Spiegel. Vorsicht ist auch mit bestimmten Schmerzmitteln geboten, die die Histaminproduktion des Körpers anregen. In diesem Ruf stehen zum Beispiel nichtsteroidale Antirheumatika. Zudem spielt bei fast allen Hautreaktionen auch die Seele eine Rolle. Unter Stress werden sie meist schlimmer. Also können auch Entspannungs- und Stressbewältigungstechniken zur Vorbeugung hilfreich sein.

 

Wie lässt sich eine Hitzeallergie lindern?

Die cholinergische Urtikaria tritt dann auf, wenn die Körpertemperatur steigt. Sinkt sie wieder, verschwinden die Symptome in der Regel recht schnell. Abkühlung ist somit die Therapie der Wahl. Helfen kann bereits ein kühlendes Getränk. Aber auch Eiswürfel auf den betroffenen Stellen können Linderung verschaffen. Unterstützend kann auf antihistaminhaltige Salben oder Antihistamin-Präparate zurückgegriffen werden.

Übrigens: Bei einer echten cholinergischen Urtikaria können die Symptome auch nach zu heißen Bädern, in der Sauna, nach heißen Getränken oder im Winter in stark beheizten Räumen auftreten. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene. Bei einer Studie mit Studenten wurden 11 Prozent als Betroffene identifiziert. Die wenigsten von ihnen befanden sich in ärztlicher Behandlung, weil die Symptome in der Regel auch ohne Arztbesuch abheilen.

Foto: Jürgen Fälchle – fotolia.com

Foto: Jrgen Flchle - Fotolia

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hitzeallergie

Sonne und Wärme – was kann es Schöneres geben?! Doch während die einen den Sommer voll und ganz genießen, leiden andere darunter. Vor allem Menschen mit empfindlicher Haut und Kinder mit Neurodermitis kämpfen bei hohen Temperaturen und Sonnenschein nicht selten mit Hautausschlägen - umgangssprachlich Sonnenallergie oder Hitzeallergie genannt.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Saubere Hände sind nicht nur in der Corona-Pandemie wichtig. Zahlreiche Erkrankungen lassen sich mit gründlicher Händehygiene vermeiden: Erkältungen, Magen-Darm-Probleme – und sogar Wurm-Erkrankungen. Mit kreativen Ideen kann man Kinder dazu motivieren, dass Hände waschen für sie in bestimmten Situationen des Alltags zum festen Ritual wird.

Seit August ist bekannt, dass die Impfquote in Deutschland höher ist als dem Robert Koch Institut gemeldet. Nun rechtfertigt das RKI die Untererfassung, die nach neusten Schätzungen fünf Prozentpunkte beträgt. Das Digitale Impfquotenmonitoring sei als Mindestimpfquote zu verstehen.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin