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. „Unruhige Beine“

Was hilft beim Restless Legs Syndrom?

Für Betroffene ist das Restless Legs Syndrom häufig eine Qual. Sie leiden nicht nur unter den unruhigen, kribbelnden und zuckenden Beinen, sondern auch unter der daraus folgenden Schlaflosigkeit. Die Deutsche Restless Legs Vereinigung gibt Tipps, wie den Beschwerden entgegengewirkt werden kann.
Restless Legs Syndrom, RLS

Mehrere Millionen Deutsche sollen unter RLS leiden

Restless Legs oder „unruhige Beine“ – das klingt zunächst nicht besonders dramatisch. Doch das Restless Legs Syndrom (RLS) bedeutet, dass die Betroffenen unter einem unnatürlichen Bewegungsdrang, Kribbeln, Zucken und Schmerzen in den Beinen leiden, und das häufig so stark, dass sie nicht zur Ruhe kommen können. Das Tückische an der Erkrankung: Die Beschwerden verringern sich bei Bewegung, verstärken sich jedoch im Ruhezustand, also meistens am Abend und in der Nacht. Das wiederum bedeutet, dass es häufig zu Schlafstörungen kommt und sich Körper und Geist nicht entspannen können. Langfristig können Depressionen und Angststörungen die Folge sein.

Dopaminerge Medikamente sind Mittel der Wahl

RLS kann nicht geheilt werden, doch es gibt viele Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern. Darauf macht die Deutsche Restless Legs Vereinigung (RLS e.V.) auf ihrer Website aufmerksam. Manchmal bringen demnach schon einfache Maßnahmen eine Verbesserung, wie beispielsweise Massagen der Beine, kalte Fußbäder, das Einreiben mit kühlenden Salben, Kniebeugen oder Fahrradfahren. Verstärkt werden können die RLS-Symptome hingegen unter anderem durch Kaffee, Alkohol, Wärme, schwere körperliche Arbeit oder Stress, so dass diese Faktoren – soweit möglich – vermieden werden sollten.

Nützen diese Maßnahmen jedoch nicht im gewünschten Maße, können Medikamente die Symptome des Restless Legs Syndroms meist wirksam lindern. Im Vordergrund stehen dabei Arzneimittel wie L-Dopa und Dopaminagonisten. Nach Angaben von RLS e.V. ist die Verträglichkeit der Substanzen meist gut. Bei Gegenanzeigen, Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen könne aber auch eine Behandlung mit Opiaten oder Benzodiazepinen in Erwägung gezogen werden. „In jedem Fall sollte die medikamentöse Behandlung ganz individuell auf die Bedürfnisse und Besonderheiten jedes einzelnen Patienten abgestimmt werden und in der Hand eines RLS-erfahrenen Neurologen liegen“, so die Vereinigung.

 

Auf die Eisenwerte achten

Auch verschiedene alternative Therapieformen wie Homöopathie, Bioresonanztherapie, Magnetfeldtherapie oder Akupunktur werden immer wieder als wirksam angepriesen. Nach Angaben von RLS e.V. fehlen hierzu aber die wissenschaftlichen Nachweise. Einzelne Erfahrungsberichte führten dazu, „dass oft hohe Geldsummen für diese Behandlungen ausgegeben werden, ohne jedoch eine dauerhafte Linderung ihrer Beschwerden damit erreicht zu haben.“

Neben der Gabe von speziellen Medikamenten kann es allerdings durchaus sinnvoll sein, auf die Blutwerte zu achten, insbesondere auf den Eisenspiegel – darin sind sich Experten einig. Denn da Eisen nicht nur für den Sauerstofftransport im Körper sowie für die Energiegewinnung wichtig ist, sondern auch für die Herstellung von Dopamin, könnte ein Eisenmangel die Symptome eines Restless Legs Syndroms verstärken.

Restless-Legs-Syndrom in der Schwangerschaft häufig

Restless Legs können auch in der Schwangerschaft auftreten. Jede dritte bis vierte werdende Mutter soll unter den Spannungszuständen in den Beinen leiden. Meistens ist das Restless-Legs-Syndrom in der Schwangerschaft eher schwach ausgeprägt, einige Frauen leiden jedoch unter starken Beschwerden. Das größte Problem ist dabei oft der durch das Kribbeln und die Schmerzen gestörte Schlaf. Betroffene sollten auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen.

Warum es überhaupt zu der Erkrankung kommt, ist noch nicht hinreichend erforscht. Mediziner unterscheiden das primäre und das sekundäre (oder idiopathische) RLS. Letzteres ist die Folge einer anderen Erkrankung wie beispielsweise eines Nierenleidens. Dass es in der Schwangerschaft vermehrt zu unruhigen Beinen kommt, liegt vermutlich daran, dass werdende Mütter häufiger einen Eisenmangel haben – was als Risikofaktor für Restless Legs gilt.

Keine Gefahr für das Baby

Dennoch erkranken nicht alle Schwangere, die zu wenig Eisen in ihrem Blut haben, an RLS. Deshalb vermuten Wissenschaftler eine genetische Veranlagung. Auch scheint der weibliche Hormonhaushalt die Krankheitsentstehung zu begünstigen. Beruhigend für Betroffene ist jedoch, dass das Syndrom für das Ungeborene nicht gefährlich ist und die Beschwerden in der Regel mit der Geburt aufhören. Eisenpräparate können zudem das Risiko für RLS in der Schwangerschaft reduzieren.

 

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