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Was gehört in die Hausapotheke?

Leichte Verletzungen und Erkrankungen kann man in der Regel auch selbst gut behandeln. Deshalb sollte jeder Haushalt für den Fall der Fälle über ein Kästchen mit Arzneimitteln und Erste-Hilfe-Equipment verfügen. Doch was gehört dort hinein? Wo sollte es stehen? Und wie hält man den Inhalt aktuell? Tipps für die perfekte Hausapotheke.
Hausapothekenschränkchen mit roter Tür und weißem Kreuz darauf.

Die Hausapotheke: Idealerweise befindet sie sich nicht im Badezimmer, sondern in einem trockenen und kühlen Raum, damit sich die Medikamente gut halten. Zudem sollte sie immer abgeschlossen sein, wenn Kinder im Haus sind.

Beim Gemüse-Schnippeln in der Küche auch den Finger erwischt? Beim Joggen nach Feierabend den Fuß verstaucht? Mückenstiche, Durchfall, Fieber? Für leichte Verletzungen und Erkrankungen muss man nicht zwingend sofort zum Arzt. Auch als medizinischer Laie kann man sie in der Regel selbst adäquat behandeln. Damit dies erfolgreich funktioniert, ist es wichtig, sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten: Jeder Haushalt sollte deshalb über eine „Hausapotheke“ verfügen, empfehlen Experten. Doch was gehört in den Arzneischrank hinein? Wo sollte er stehen? Und wie hält man ihn aktuell? Tipps von Experten aus Krankenkassen und Apotheken.

Ein Basissortiment an Arznei- und Hilfsmitteln

„In die Hausapotheke gehören nicht nur die Medikamente für den regelmäßigen individuellen Gebrauch. Sie sollte auch Verbandsmaterial und ein Basissortiment an Arznei- und Hilfsmitteln beinhalten“, empfiehlt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Zur Versorgung von Verletzungen gehörten in jede Hausapotheke sterile Kompressen, elastische und Mullbinden, Pflaster, Verbandspäckchen, ein Dreiecktuch (etwa zur Ruhigstellung von Knochenbrüchen), Verbandsmaterial für Brandwunden und ein Mittel zur Wunddesinfektion.

 

Kühlkompressen im Gefrierfach lagern

Darüber hinaus sollten Hilfsmittel wie Einmalhandschuhe, Schere, Pinzette sowie Sicherheitsnadeln oder Verbandklammern jederzeit griffbereit sein. Zur Erstbehandlung von Sportverletzungen seien Kühlkompressen hilfreich, die allerdings im Gefrierfach gelagert werden sollten. „Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte in die Hausapotheke auch eine Erste-Hilfe-Anleitung und eine Liste mit Notrufnummern legen“, rät Günther.

Medikamenten gegen Durchfall, Schmerzen, Erkältungen

Neben Verbandsmaterial und einem Fieberthermometer gehörten Salben und Gels in den Arzneischrank, und zwar gegen Verbrennungen, Wunden, Sportverletzungen, Sonnenbrand, Insektenstiche und Juckreiz. Außerdem sollten Arzneimittel gegen allgemeine Schmerzen, Halsschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen und Fieber vorrätig sein.

„Familien mit kleinen Kindern brauchen eine andere Hausapotheke als sportliche Singles"

Grundsätzlich gilt: „Was genau in die Hausapotheke gehört, hängt auch von den individuellen Lebensumständen ab. Familien mit kleinen Kindern brauchen eine andere Hausapotheke als sportliche Singles", sagt Apotheker Hannes Müller vom Geschäftsführenden Vorstand der Bundesapothekerkammer. „Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.“

Die Bundesapothekerkammer hat eine ausführliche Checkliste veröffentlicht, aus der sich jeder diejenigen Punkte auswählen kann, die für den eigenen Haushalt relevant und sinnvoll sind. Für die praktische Verwendung zu Hause wird sie hier komplett wiedergegeben (auch wenn einige Punkte daraus im Artikel bereits erwähnt wurden). Hier die Checkliste mit dem Hausapotheken-Sortiment für Erwachsene.

Hausapotheke: Die Checkliste der Bundesapothekerkammer

Medikamente gegen Akut-Erkrankungen

  • Schmerzen und Fieber
  • Erkältung/Halsschmerzen/Husten und Schnupfen
  • Allergien
  • Insektenstiche, Sonnenbrand oder Juckreiz
  • Erkrankungen der Mundschleimhaut
  • Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder Blähungen
  • Verstopfung/Durchfall
  • Medikamente gegen Lippenherpes
  • Augentropfen gegen trockene Augen

Medizinprodukte zur Behandlung von Verletzungen

  • Desinfektionsmittel
  • (steriler) Verbandmull, Mullbinden
  • Verbandpäckchen
  • Elastische Binden
  • Heftpflaster
  • Wundschnellverbände
  • Brandwunden-Verbandpäckchen
  • Schere, (Zecken-)Pinzette, Sicherheitsnadeln
  • Wund- und Heilsalbe
  • Blasenpflaster
  • Kühlkompressen
  • Dreiecktuch
  • Medikamente gegen Sportverletzungen
  • Einmalhandschuhe

Weitere Materialien

  • Erste-Hilfe-Anleitung
  • Fieberthermometer

Notfalladressen und Informationen

  • Hausarzt/Kinderarzt/Ärztlicher Notdienst
  • Rettungsdienst/Krankentransport
  • Krankenhaus/Notfallambulanz
  • Giftnotrufzentrale
  • „Apothekenfinder 22 8 33“: Auskunft über alle Apotheken in der Nähe (ob per App, Website,Anruf oder SMS). Hotline: 0800 00 22833 (aus dem Festnetz kostenlos)

Wo im Haushalt soll die „Hausapotheke“ stehen oder hängen?

„Idealerweise lagert die Hausapotheke nicht im Badezimmer, sondern in einem trockenen und kühlen Raum, damit sich die Medikamente gut halten", rät Barmer-Apothekerin Heidi Günther. „Zudem sollte sie immer abgeschlossen sein, wenn Kinder im Haus sind.“ In einem Schränkchen lassen sich Medikamente und Materialien übersichtlich und griffbereit lagern. Hat man ein Haus und erst recht eins mit Garten, bietet sich eine portable Hausapotheke in Form einer Kiste oder Erste-Hilfe-Tasche an.

Einmal jährlich die Hausapotheke überprüfen

Einmal pro Jahr soll bei der Hausapotheke Inventur gemacht werden. „Dabei geht es in erster Linie darum, abgelaufene, unbrauchbare oder nicht mehr benötigte Arzneimittel auszusortieren und gleichzeitig zu überprüfen, ob für Notfälle die richtigen Arzneimittel griffbereit sind“, sagt Apotheker Müller.

Autor: zdr
Hauptkategorie: Prävention und Reha
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