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Was ein gesunder Lebensstil bewirken kann

Mittwoch, 4. Januar 2017 – Autor: Anne Volkmann
Gesundes Essen, mehr Sport, weniger Alkohol – das sind die Klassiker der guten Vorsätze, die sich viele Menschen zum Jahreswechsel vorgenommen haben. Im vergangenen Jahr haben viele Studien gezeigt, wie sinnvoll ein gesunder Lebensstil tatsächlich sein kann.
Mehr Bewegung im neuen Jahr ist ein guter Vorsatz!

Mehr Bewegung im neuen Jahr - ein guter Vorsatz! – Foto: julief514 - Fotolia

Gute Vorsätze einzuhalten ist schwierig. Oft wird schon nach wenigen Tagen oder Wochen von den Plänen Abstand genommen. Dabei können einige Änderungen im Lebensstil zu großem Nutzen führen. Denn Rauchstopp, mehr Bewegung und gesündere Ernährung können nicht nur dazu beitragen, dass wir uns besser fühlen, sondern sogar unser Leben verlängern. Das haben auch im vergangenen Jahr wieder verschiedene Studien belegt.

So konnte erst vor wenigen Wochen eine große Meta-Analyse von Forschern der Harvard Universität zeigen, dass Menschen, die sich gesund ernähren, nicht rauchen, körperlich aktiv sind und Übergewicht vermeiden, ein um etwa fünfzig Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Dieses reduzierte Risiko besteht immer, also selbst dann, wenn eine hohe genetische Disposition für Herzerkrankungen vorliegt.

Gesunder Lebensstil senkt Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

Auch Experten der Deutschen Herzstiftung gehen davon aus, dass sich rund die Hälfte der Herzinfarkte vermeiden ließe. „Die Zahl der Herzinfarkte ließe sich mühelos halbieren, wenn sich alle mehr bewegen, nicht rauchen und gesünder essen würden“, erklärte Professor Helmut Gohkle, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Mittlerweile gibt es deutliche Hinweise, dass die sogenannte Mittelmeerdiät mit viel Fisch, frischem Gemüse und Olivenöl die Herzgesundheit positiv beeinflussen kann. Auch für das Rauchen gibt es einschlägige Hinweise, dass es Herz und Gefäße schädigt. Außerdem empfiehlt die American Heart Association mindestens 30 Minuten Ausdauertraining am Tag, um das Herz zu schützen.

Ebenfalls im Jahr 2016 konnten Forscher von der University of Technology in Auckland, Neuseeland, zeigen, dass drei von vier Schlaganfällen durch bestimmte Lebensregeln vermieden werden könnten. Dabei zeigte sich, dass der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall ein erhöhter systolischer Blutdruck war, während andere Faktoren wie ungesunde Ernährung oder Übergewicht ebenfalls wichtig waren, aber deutlich weniger Einfluss hatten. Rauchen und wenig Bewegung erwiesen sich als weitere bedeutsame Risikofaktoren. Auch Diabetes kann das Risiko für einen Schlaganfall stark erhöhen.

 

Gute Mundhygiene schützt die Gesundheit im Allgemeinen

Zu einem gesunden Leben gehört auch eine gute Mundhygiene sowie eine regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt. Untersuchungen konnten zeigen, dass Entzündungen des Zahnfleisches zu einer Erhöhung des Blutdrucks und einem steigenden Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse führen. Eine Studie aus Dänemark konnte sogar Belege liefern, dass Patienten mit Parodontitis ein doppelt so hohes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen mit Todesfolge wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte haben wie Menschen ohne Entzündungen des Zahnfleischs und Zahnhalteapparates. Vermutet wird, dass sich die Bakterien, die an der Entstehung der Parodontitis beteiligt sind, durch den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilen und in den Blutgefäßen entzündliche Prozesse anregen, welche wiederum die Gefäßwände schädigen können. Das könnte in der Folge Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigen.

Noch nicht ganz geklärt ist, ob Änderungen im Lebensstil das Risiko mindern, an Demenz zu erkranken. Doch auch hier mehren sich die Hinweise, dass zumindest Bewegung sowie geistige Betätigung den Ausbruch einer Demenz hinauszögern können. Unzweifelhaft ist, dass ein gesunder Lebensstil das Darmkrebsrisiko senken kann. Studien haben schon vor Jahren gezeigt, dass Menschen, die nicht rauchen, sich gesund ernähren und weniger Alkohol trinken, ein um etwa 30 Prozent geringeres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken.

Bewegung kann andere Lebensstiländerungen in Gang setzen

Doch womit soll der Einzelne am besten anfangen? Denn alle Lebensgewohnten auf einmal zu ändern, ist sehr schwierig. Viele Experten raten, den Fokus zunächst vor allem auf mehr Bewegung zu legen. Denn wer einmal anfängt, sich mit seiner körperlichen Leistungsfähigkeit auseinanderzusetzen, ändert in der Folge meist auch andere Gewohnheiten, wie Professor Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, betont. „Bewegung kann wie eine Lokomotive für eine Änderung des gesamten Lebensstils sein“, so Meinertz. So bekämen viele Menschen durch Sport und Bewegung bald Übergewicht, falsche Ernährungsgewohnheiten und möglicherweise auch das Rauchen in den Blick. Zudem helfe Ausdauertraining wirksam beim Stressabbau.

Foto: © julief514 - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

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