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14.12.2015

Was bringt die Tonsillektomie bei Erwachsenen?

Welchen Nutzen haben Erwachsene langfristig von einer Mandeloperation (Tonsillektomie)? Das wollten Forscher von der HNO-Klinik am Marienhospital Gelsenkirchen wissen. Ihre Studie wurde jetzt im Deutschen Ärzteblatt International veröffentlicht.
Bei häufigen Mandelentzündungen kann bei Erwachsenen eine OP sinnvoll sein

Erwachsene profitieren von der Mandeloperation

Mit mehr als 400.000 Eingriffen pro Jahr in Ländern der Europäischen Union ist die Tonsillektomie, also die Entfernung der Gaumenmandeln, eine der häufigsten Operationen. Dennoch sind Langzeituntersuchungen zur Lebensqualität selten.

Im Rahmen der aktuellen Studie wurden  114 Patienten befragt, bei denen im Jahr 2004 die Mandeln entfernt worden waren. In den vorangegangenen 12 Monaten hatten sie mindestens an drei akuten Mandelentzündungen gelitten. Die Probanden waren zwischen 18 und 62 Jahren alt. Mithilfe eines standardisierten Fragebogens wurden sie am Tag vor der Operation zu ihrer Lebensqualität befragt.

Was bringt die Tonsillektomie bei Erwachsenen?

Von den 114 Patienten konnten 85 Prozent nach 14 Monaten und 62 Prozent nach circa sieben Jahren erneut befragt werden. Dabei ergab sich auch langfristig eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

Die Zahl der jährlichen Halsschmerz-Episoden beziehungsweise Mandelentzündungen sank von zehn vor Operation auf zwei nach der Operation. Die Anzahl der Arztbesuche, die Schmerzmittel- und Antibiotika-Einnahmen sowie die Arbeitsfehltage gingen über den gesamten Zeitraum ebenfalls signifikant zurück.

 

Tonsillektonie verbessert bei Erwachsenen die Lebensqualität?

Fazit der Forscher: Die Tonsillektomie ist mit einer über Jahre stabilen Verbesserung der Lebensqualität, des Gesundheitszustands und einer geringeren Nutzung medizinischer Ressourcen verbunden.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich nach sieben Jahren eher die Patienten an der Befragung beteiligten, die die Operation als Erfolg empfanden. Andererseits hatten die Forscher nicht den Eindruck, zumal es auch enttäuschte Reaktionen gab.

Foto: Dan Race

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

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