Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
12.09.2019

Warum viele Menschen im Alter ungewollt zunehmen

Viele Menschen nehmen im Alter ungewollt zu - auch wenn sie nicht mehr essen und sich nicht weniger bewegen als vorher. Schwedische Forscher haben jetzt herausgefunden warum das so ist.
übergewicht, abnehmen, sport, training, trainingsprogramm

Im Alter nehmen viele Menschen ungewollt zu. Forscher zeigten: Sie können gar nicht dafür

Viele Menschen haben Mühe, ihr Gewicht zu halten, wenn sie älter werden - auch wenn sie nicht mehr essen oder weniger trainieren als zuvor. Forscher am schedischen Karolinska Institutet haben herausgefunden, warum sie ungewollt zunehmen: Der Fettumsatz im Fettgewebe nimmt während des Alterns ab.

Die entsprechende Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. Dafür untersuchten die Wissenschaftler die Fettzellen von 54 Männern und Frauen über einen durchschnittlichen Zeitraum von 13 Jahren. In dieser Zeit zeigten alle Probanden, unabhängig davon, ob sie zugenommen oder abgenommen hatten, eine Abnahme des Lipidumsatzes im Fettgewebe.

Durchschnittliche Gewichtszunahme um 20 Prozent

Der Lipidumsatz zeigt die Geschwindigkeit an, mit der Lipid (Fett) in den Fettzellen abgebaut wird. Wer die gesunkene Abbaurate nicht kompensierte, indem er weniger Kalorien zu sich nahm, nahm laut der Studie durchschnittlich um 20 Prozent zu.

In Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Uppsala und der Universität Lyon untersuchten die Wissenschaftler auch den Lipidumsatz bei 41 Frauen, die an Adipositas litten und eine bariatrische Operation erhalten hatten. Sie wollten wissen, wie sich die Lipidumsatzrate auf ihre Fähigkeit auswirkte, das Gewicht vier bis sieben Jahre nach der Operation niedrig zu halten.

 

Prozesse im Fettgewebe steuern Körpergewicht

Ergebnis: Nur diejenigen, die vor der Operation eine niedrige Lipdumsatzrate hatten, schafften es, danach ihren Lipidumsatz zu steigern und den Gewichtsverlust aufrechtzuerhalten. Die Forscher glauben, dass diese Patientinnen möglicherweise einen größeren Spielraum dafür hatten als diejenigen, die zuvor bereits einen hohen Fettstoffwechsel aufwiesen.

"Die Ergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass Prozesse in unserem Fettgewebe Veränderungen des Körpergewichts während des Alterns auf eine Weise regulieren, die von anderen Faktoren unabhängig ist", sagt Prof. Peter Arner, einer der Hauptautoren der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität.

Warum viele Menschen im Alter ungewollt zunehmen

Dass viele Menschen im Alter ungewollt zunehmen ist also auf den Lipidumsatz zurückzuführen. Frühere Studien haben nun gezeigt, dass es eine Möglichkeit gibt, den Lipidumsatz im Fettgewebe zu beschleunigen: mehr Sport. Das deutet darauf hin, dass sich das langfristige Ergebnis einer bariatrischen Operation verbessern würde, wenn es mit erhöhter körperlicher Aktivität kombiniert würde.

"Fettleibigkeit und Krankheiten im Zusammenhang mit Fettleibigkeit sind zu einem globalen Problem geworden", sagt Kirsty Spalding, leitende Forscherin an der Abteilung für Zell- und Molekularbiologie und ebenfalls einer der Hauptautoren der Studie. "Das Verständnis der Lipiddynamik und die Regulierung der Fettmasse beim Menschen war noch nie so wichtig."

Foto: german gonzalez/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Übergewicht

14.01.2021

Schon vergessen? Der Beginn des neuen Jahres ist gerade einmal zwei Wochen her. Jetzt wäre es an der Zeit, mit den da gefassten guten Vorsätzen ernst zu machen: Jeder Dritte will 2021 gesünder leben und mehr Sport treiben; jeder Fünfte will nach den Feiertagsgelagen abspecken. Manche sagen: Eine mindestens so große Kunst wie das Abnehmen ist es, das erreichte Gewicht auf Dauer zu halten. Hier ein paar Tipps dafür.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin