Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
10.06.2020

Warum Schlafstörungen Atherosklerose begünstigen

Warum Schlafstörungen Atherosklerose (Arterienverkalkung) begünstigen, wollten Forscher der Studie der University of California in Berkeley wissen. Sie untersuchten, wie beide Erkrankungen im Detail zusammenhängen.
Schlafprobleme, Schlafstörungen, schlechter Schlaf

Schlafstörungen hängen mit einem erhöhten Kalk-Score zusammen

Warum Schlafstörungen Atherosklerose (Arterienverkalkung) begünstigen, wollten Forscher der Studie der University of California in Berkeley wissen. Sie untersuchten, wie beide Erkrankungen im Detail zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin PLOS Biology veröffentlicht.

Die Wissenschaftler analysierten die Gesundheits-Daten von mehr als 1.600 Erwachsenen mittleren und gehobenen Alters aus einer nationalen, multiethnischen Studie über Atherosklerose. Bei Atherosklerose lagern sich Plaques in den Arterien ab und verengen und verhärten sie. Das kann langfristig zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Warum Schlafstörungen Atherosklerose begünstigen

Verschiedene Blutwerte sowie die Schlafqualität der Probanden wurde gemessen: eine Woche lang im eigenen Bett mit einer Art Armbanduhr (Aktigraphie) sowie eine Nacht im Schlaflabor mit einer Polysomnographie. Ergebnis: Schlafstörungen waren mit einem erhöhten Calcium-Score im Blut verbunden, der den Grad der Arterienverkalkung anzeigt. Außerdem erhöhte sich im Blut die Konzentration bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutrophile), die als Entzündungsfaktor gelten. Die Zahl der Neutrophilen korrelierte wiederum mit dem Calcium-Score.

So begünstigen Schlafstörungen also Atherosklerose. Die Ergebnisse blieben erhalten, wenn weitere Risikofaktoren für Atherosklerose wie Alter, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Body-Mass-Index, Blutdruck, die Einnahme von Blutdrucksenkern, Schlafapnoe und Rauchen herausgerechnet wurden.

 

Atherosklerose beginnt im frühen Erwachsenenalter

"Diese Assoziationsergebnisse beim Menschen spiegeln die jüngsten Daten wider, bei denen experimentell manipulierte Schlafstörungen bei Mäusen zu einem höheren Grad an zirkulierender Entzündung führten, die atherosklerotische Läsionen bei Nagetieren verursachte", erläutert Studienleiter Raphael Vallat, Postdoktorand am Walker Center for Human Sleep Science an der UC Berkeley.

Atherosklerose beginnt häufig im frühen Erwachsenenalter. "Leider bleibt dieser Prozess weitgehend unbemerkt, bis die Plaquebildung im mittleren oder hohen Alter plötzlich den arteriellen Blutfluss zum Herzen, zur Lunge, zum Gehirn und/oder zu anderen Organen blockiert", so Vallat.

Mehr Aufmerksamkeit auf Schlafhygiene richten

"Die heimtückische Natur der Krankheit erfordert, dass wir unserer Schlafhygiene besondere Aufmerksamkeit schenken, selbst von der frühen bis zur Lebensmitte", betont daher Co-Hauptautorin Vyoma Shah, eine Doktorandin in Walkers Labor.

Um die Schlafqualität beurteilen zu können, empfehlen die Forscher die Verwendung von Schlaf-Trackern in klinischer Qualität, da die Studie ergab, dass die subjektiven Einschätzungen der Menschen über ihren Schlaf nicht zuverlässig waren.

Foto: Adobe Stock/Prostock-studio

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlafstörung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arteriosklerose

19.09.2020

Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Die häufigsten Gründe: Stress und falsche Gewohnheiten. Einige einfache Tricks können dazu beitragen, wieder zu einem besseren Schlafrhythmus zu finden.

28.12.2020

Immer mehr Untersuchungen zeigen, wie wichtig guter Schlaf für die Erhaltung unserer Gesundheit ist. Wer zu wenig schläft, erhöht sein Risiko für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes. Auch Übergewicht und Depressionen werden durch Schlafmangel begünstigt.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin