Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
22.05.2019

Warum machen Fertiggerichte dick?

Fertiggerichte - also stark verarbeitete Lebensmittel - machen dick. Liegt es am höheren Gehalt an Fett, Salz, Zucker und anderen Kohlenhydraten? Oder an den zugesetzten Aroma- und Farbstoffen? Das wollten US-Forscher herausfinden.
Fertiggericht, Fertigkost, Frikadellen, Buletten

Wer Fertiggerichte zu sich nimmt, isst mehr - und nimmt zu

Zu den stark verarbeiteten - ultraprozessierten -  Lebensmitteln zählen abgepackte Snacks, Dosen- und Tiefkühlgerichte sowie Erfrischungsgetränke. Menschen, die derlei Fertiggerichte zu sich nehmen, haben ein höheres Risiko, Fettleibigkeit und Krebs zu entwickeln. Das zeigen frühere Untersuchungen.

Die Ursachen sind bislang unklar: Liegt es daran, dass diese Lebensmittel mehr Zucker, Kohlenhydrate, Salz und Fett enthalten als selbst zubereitete, vollwertige Kost? Oder hat dieser Effekt etwas mit zugesetzten Aroma- und Farbstoffen zu tun?

Zwei Wochen Vollwertkost, zwei Wochen Fertigkost

Ein Forscherteam um Dr. Kevin D. Hall vom National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases wollte es genauer wissen. Sie luden 20 Personen (10 Männer und 10 Frauen) auf den Instituts-Campus im US-amerikanischen Bethesda ein. Dort lebten die Probanden vier Wochen lang.

Sie waren im Mittel 31 Jahre alt und hatten einen mittleren BMI von 27. Die Studienteilnehmer erhielten entweder zwei Wochen lang eine Diät mit Vollwertkost oder zwei Wochen lang eine Diät mit stark verarbeiteten Lebensmitteln. In den folgenden beiden Wochen wechselten sie die Diät.

 

Wer Fertigkost aß, nahm fast ein Kilogramm zu

Die Mahlzeiten waren so gestaltet, dass sie jeweils die gleiche Menge an Kalorien, Zucker, Fett, Ballaststoffen und Mikronährstoffen enthielten. Die Teilnehmer konnten aber so viel oder so wenig essen, wie sie wollten.

Ergebnis: Wenn die Probanden ultraprozessierte Nahrungsmittel zu sich nahmen, aßen sie im Durchschnitt ungefähr 500 Kilokalorien mehr am Tag als bei der vollwertigen Diät. Sie nahmen dabei durchschnittlich ein knappes Kilogramm zu. Dabei konsumierten sie im Vergleich mehr Kohlenhydrate und Fett, nicht aber mehr Proteine.

Warum machen Fertiggerichte dick?

Die Probanden, die Fertigkost zu sich nahmen, aßen schneller. Möglicherweise hat der Magen-Darm-Trakt in dem Fall nicht genügend Zeit, um dem Gehirn das Sättigungsgefühl zu melden. Das könnte dazu führen, dass die Teilnehmer zu viel essen, vermutet Hall.

Ungeklärt bleibt die Frage, was genau zu dem unerwünschten Effekt führt, also warum Fertiggerichte dick machen. Hall und seine Kollegen planen eine weitere Studie mit selbst konzipierten Gerichten, um das herauszufinden. Die aktuelle Studie erschien in der Fachzeitschrift Cell Metabolism. In den USA entfallen auf Fertiglebensmittel 58 Prozent der täglich aufgenommenen Kalorien.

Foto: milton oswald/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fertiglebensmittel

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin