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Warum Diabetes bei Frauen anders ist

Freitag, 21. Januar 2022 – Autor:
Männer haben biologisch ein allgemein höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken. Innerhalb der Diabetes-Patienten müssen aber Frauen viel stärker auf sich aufpassen. Denn durch die weiblichen Hormone kommt es bei ihnen zu viel stärkeren Blutzuckerschwankungen als bei Männern – von der Pubertät bis zur Menopause.
Frau spritzt sich Insulin in den Bauch mit Insulin-Pen.

Von der Pubertät bis zur Menopause: Frauen erleben Diabetes anders als Männer. Weibliche Hormone führen zu stärkeren Schwankungen bei den Blutzucker-Werten. – Foto: AdobeStock/Piman Khrutmuang

Frauen sind anders als Männer. Bei Diabetes macht sich der kleine Unterschied sogar noch mehr bemerkbar. Bei Mädchen gilt das ab der Pubertät: Während andere gegen Pickel und Stimmungsschwankungen kämpfen, leiden junge Typ-1-Diabetikerinnen nicht selten unter zusätzlichen Beschwerden, etwa häufigem Harndrang oder depressiven Verstimmungen. „Bei Diabetikerinnen kommt es durch die weiblichen Hormone zu viel stärkeren Blutzuckerschwankungen als bei männlichen Erkrankten", erklärt Professorin Monika Kellerer, Ärztliche Direktorin des Zentrums für Innere Medizin im Marienhospital Stuttgart, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber".

Was bei jungen Frauen den Blutzucker durcheinanderbringt

Unregelmäßige Mahlzeiten, Diäten, aber auch der erste Kontakt mit Alkohol in der Jugend können den Blutzuckerspiegel durcheinander bringen. Schon morgens sollten junge Patientinnen beim Aufstehen daher kurz die Werte zu checken und nie ohne Frühstück das Haus zu verlassen. Eine Kleinigkeit reicht, um den Blutzuckerspiegel über den Tag stabiler zu halten.

 

In der Menopause: eiweißreich essen, abnehmen, Sport treiben

Der Unterschied macht sich weiterhin beim Einsetzen der Menstruation über die Schwangerschaft bis hin zur Menopause bemerkbar. In der letzte Phase der starken Hormonschwankungen geraten die Geschlechtshormone ins Ungleichgewicht und die Zellen sprechen weniger gut auf Insulin an. Zudem legen viele Frauen in dieser Zeit an Gewicht zu. Patientinnen mit Typ 1 brauchen dann in der Regel mehr Insulin. Beim Diabetes vom Typ 2 kann es nötig sein, etwa die Medikamentendosis zu erhöhen oder noch einen Wirkstoff dazuzunehmen. Eine gesunde Ernährung hilft am besten, um Gewicht zu halten oder abzunehmen, ebenso Kraft- und Ausdauersport. Kellerer rät: „Bevorzugen Sie eiweißreiche Nahrungsmittel mit hoher biologischer Wertigkeit wie Eier und Bohnen." Sie sorgen für einen stabilen Blutzuckerspiegel und machen lange satt.

Hauptkategorie: Medizin
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