Warum der Fuchsbandwurm lebensbedrohlich für uns ist

Eine Fuchsbandwurmerkrankung ist selten, aber lebensbedrohlich. Denn die Larven der Würmer nisten sich in der Leber ein. Infizierte brauchen oft eine lebenslange Behandlung.
Füchse in Deutschland haben keine Tollwut mehr, aber sie übertragen den gefährlichen Fuchsbandwurm

Füchse in Deutschland haben keine Tollwut mehr, aber sie übertragen den gefährlichen Fuchsbandwurm

Einst hat die Tollwut die Zahl der Füchse in Schach gehalten. Doch seit deren Ausrottung Anfang der Neunzigerjahre vermehren sich Füchse in Deutschland unkontrolliert. Der Preis dafür sind mehr Infektionen mit dem Fuchsbandwurm, einem der landesweit gefährlichsten Wurmparasiten. Die sogenannten Echinokokkosen sind seit 2001 meldepflichtig. Für das vergangene Jahr meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 145 Echinokokkose-Fälle in Deutschland. Das Institut geht aber von einer erheblich höheren Dunkelziffer aus und beobachtet eine steigende Tendenz.

Süddeutschland meldet die meisten Fälle

Laut dem Bundesverband deutscher Internisten treten mehr als 60 Prozent der Fuchsbandwurminfektionen in der schwäbischen Alb, der Alb-Donau-Region, Oberschwaben und dem Allgäu auf. Die Menschen infizieren sich, wenn sie die Wurmeier versehentlich verschlucken. Fuchsbandwurmeier befinden sich überall dort, wo sie der Fuchs über seinen Kot ausgeschieden hat: Im Wald, auf Pflanzenbeeten oder an den Beeren im Garten. Händewaschen ist deshalb das oberste Gebot, genau wie das Waschen von Obst und Gemüse vor dem Verzehr.

 

Larven bilden in der Leber Zysten

Ist der Fuchsbandwurm einmal in den menschlichen Magen-Darm-Trakt gelangt, nistet er sich schließlich in der Leber ein. Dort bilden Larven der Würmer Zysten, sogenannte Finnen, die tumorartig wuchern. Wird die Infektion früh erkannt, können Ärzte die Finnen herausoperieren oder per Punktion abtöten. Bei fortgeschrittener Erkrankung, braucht der Patient lebenslang eine Chemotherapie. „Unbehandelt führt eine Fuchsbandwurmerkrankung häufig zum Tod“, warnt Bettina Möhrle von der Krankenkasse KKH Ravensburg. Tückisch sei, dass fast alle Füchse infiziert und die winzig kleinen Bandwurmeier extrem überlebensfähig sind. „Extreme Kälte oder Wärme machen den Parasiten nichts aus“, so Möhrle. Bloß der Hitze beim Kochen hielten sie nicht stand. „Bei Temperaturen von über 60°C  sterben die Bandwurmeier ab.“

Auch Hunde und Katzen mit Fuchsbandwurm infiziert

Fuchsbandwurmeier werden aber nicht nur von Füchsen übertragen. Auch Katzen und Hunde können sich infizieren, wenn sie eine infizierte Maus gefressen oder Fuchskot aufgenommen haben. Darum sollte man die Vierbeiner regelmäßig entwurmen.

Foto: © biggi62 - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Leber
 

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionen

| Wo viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, kann man sich die Krätze holen. Die juckende Hautkrankheit wird von Krätzmilben ausgelöst. Wer meint, sich infiziert zu haben, sollte schnell zum Arzt gehen. Krätze erkennt man an bestimmten Symptomen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Auch die dritte Staffel der ARD-Serie Charité zieht wieder Millionen Zuschauer in ihren Bann. In der fünften Folge, die am 26. Januar 2021 unter dem Titel „Sepsis“ ausgestrahlt wird, werden drei Fälle von Sepsis – landläufig auch als „Blutvergiftung“ bekannt – gezeigt. Wie realistisch die Darstellung ist und wie weit wir heute in der Sepsisdiagnose und -behandlung sind, erklärt der Vorsitzende der Sepsis-Stiftung Professor Konrad Reinhart.
Schweizer Wissenschaftler haben Abwehrzellen im Immunsystem identifiziert, die Tumorzellen erkennen und angreifen können. Anders als bisherige immunbiologische Therapien müssten T-Zellen vom Typ „MR1“ nicht mehr für jeden Patienten einzeln angepasst werden, sondern könnten wie reguläre Medikamente auf Vorrat produziert werden – für ganz verschiedene Formen von Krebs.
Astra Zeneca wird deutlich weniger COVID-19-Impfstoff an die EU liefern als zugesagt. Die EU fordert bis Ende der Woche Einsicht in alle Dokumente. Derweil ist der Impfstoff des britischen Pharmakonzerns unter Kritik geraten. Medienberichten zufolge soll er bei Menschen über 65 kaum wirksam sein.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.