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12.02.2015

Warum auch wenig Rauchen schadet

Schon wenig Rauchen ist schädlich. Dem Grund sind Forscher nun ein Stück näher gekommen. Offenbar macht eine längerfristige, aber milde Exposition gegenüber Zigarettenrauch die Zellen besonders stressanfällig, was zu schweren Lungenerkrankungen führen kann.
Rauchen und die Folgen

Rauchen ist auch in kleinen Mengen schädlich.

Dass Zigarettenrauch für die Zellen schädlich ist, weiß jeder. So werden durch das Rauchen auf Dauer vermehrt schädliche Radikale freigesetzt und entzündliche Signalwege aktiviert. Doch viele Menschen glauben, dass sie vor diesen Veränderungen weitgehend geschützt sind, wenn sie zwar regelmäßig, aber wenig rauchen – ein Trugschluss, wie eine neue Studie zeigt. Demnach ist auch moderater Tabakkonsum schädlich für die Körperzellen und kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Grund dafür ist offenbar eine Überaktivierung der mitochondrialen Aktivität in den Zellen.

Zigarettenrauch macht Zellen stressanfällig

Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben untersucht, wie sich Zellen verändern, wenn sie über einen längeren Zeitraum geringen Mengen an Zigarettenrauch ausgesetzt sind. Sie konnten zeigen, dass die Zellen auf die dauerhafte Tabak-Exposition zunächst mit einer Funktionssteigerung reagieren. So kommt es unter dem Zellstress zu einer vermehrten Fusion und Aktivität von Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen – eine Strategie, mit der sich die Körperzellen zu schützen versuchen.

Dieser zunächst positive Mechanismus überfordert die Zellen jedoch und führt in der Folge häufig zu einer erhöhten Stressanfälligkeit. Denn die gesteigerte Zellaktivität ist erschöpflich und macht die Zellen empfindlicher gegenüber weiteren Stressfaktoren. So kann die mitochondriale Überfunktion, die zunächst eine schützende Reaktion darstellt, später zur Entstehung von Gewebsschädigungen und damit zu Lungenerkrankungen wie beispielsweise der Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) beitragen.

 

Folgen des Rauchens oft tödlich

Fast sechs Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an den Folgen des Rauchens. Im Schnitt sterben Raucher zehn Jahre früher als Nichtraucher. Mögliche Krankheitsfolgen durch Rauchen sind Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, „Raucherbein“ und eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustands.

Auch COPD ist eine häufige Folge des Rauchens. Nur selten sind andere Faktoren verantwortlich für eine Entstehung der COPD, daher wird sie umgangssprachlich auch oft als „Raucherlunge“ bezeichnet. COPD ist bislang nicht heilbar und gilt heute schon als vierthäufigste Todesursache weltweit – mit steigender Tendenz.

Foto: © nikkytok - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

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