. KBV-Film zu Notdienstnummern

Wann soll ich welchen Notruf wählen?

Mit einem Mini-Film klären die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen darüber auf, welche Notrufnummer in welchem Fall die richtige ist.

Nicht immer ist die 112 die geeignete Notrufnummer!

„Wie Sie die Polizei erreichen, wissen Sie. Wen Sie rufen, wenn´s brenzlig wird, auch. Aber wen anrufen, wenn´s Ihnen nicht gut geht?“ fragen die Autoren des Films am Anfang. Danach stellen sie  - in einer „Simple show“ vor, wann der Notarzt gefragt ist, und wann andere Notrufe zu wählen sind. Beispiel: beim Verdacht auf einen Schlaganfall, bei Symptomen eines Herzinfarkts, bei hohem Blutverlust – „immer dann, wenn es lebensbedrohlich ist, dann 112“, heißt es im Film. 

Steht kein Leben auf dem Spiel? Dann die 116 117 wählen!

Aber immer dann, wenn kein Leben auf dem Spiel stehe, sei eine anderen Nummer gefragt: die 116 117. „Sie gilt bei grippalen Infekten mit anhaltendem oder steigendem Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen, bei Brechdurchfall und Harnwegsinfekten und vielen anderen Leiden, die nicht unmittelbar lebensbedrohlich sind“, heißt es in einer Pressemitteilung der KBV.  „Wenn alle Hausmittel nichts mehr bringen; Sie aber nicht warten können, bis Ihr Hausarzt wieder Sprechstunde hat: dann die 116 117“, so die Zusammenfassung im Film.

Bis 2012 gab es Tausende von Notrufnummern für den ärztlichen Bereitschaftsdienst

Hintergrund ist, dass immer noch viele Menschen nicht wissen, an wen sie sich im Notfall wenden können. Das liegt an der Historie: Vor 2012 gab es in Deutschland mehr als 1.000 verschiedene Rufnummern für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, teilweise wechselten sie sogar täglich. Das wollten KBV und KVen nach eigenen Angaben vereinfachen. Auf ihren Antrag hin hat die Europäische Union die 116 117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst europaweit reserviert. Deutschland hat die Nummer als erstes Land einführt. Seit dem 16. April 2012 ist sie hier fast überall erreichbar  - ohne Vorwahl und kostenfrei. Und so funktioniert die neue Bereitschaftsdienstnummer: „Patienten, die außerhalb der Sprechzeiten einen Arzt brauchen, wählen die 116 117. Ihr Anruf wird an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in ihrer Nähe weitergeleitet, je nach Organisation des Dienstes direkt zu einem diensthabenden Arzt oder zu einer Bereitschaftsdienst-Leitstelle. Ist eine automatische Weiterleitung nicht möglich, übernimmt ein Service-Center die Vermittlung“, heißt es bei der KBV. Gewarnt wird noch einmal ausdrücklich bei schwerwiegenden, lebensbedrohlichen Erkrankungen: „In medizinischen Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und schweren Unfällen, alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112.“

Foto: Fotolia - B.Wylezich

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Notruf

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Antibiotika-Resistenzen werden zu einem immer größer werdenden Gesundheitsproblem. Als mögliche Alternativen gelten Bakteriophagen. Nun wurde eine Forschungsinitiative gestartet, um Bakteriophagen als zugelassenes Arzneimittel zu etablieren.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KZV Berlin, großer Sitzungssaal, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.