Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wann schützt eine Sonnenbrille wirklich?

Freitag, 20. Mai 2022 – Autor:
Damit eine Sonnenbrille nicht trügerische Sicherheit vorgaukelt, sondern unsere empfindlichen Augen vor aggressiver UV-Strahlung wirksam schützt, muss sie bestimmte Mindeststandards erfüllen. Der UV-Schutz bis 400 Nanometer ist nur einer davon.
Hippie-Frau mit Sonnenbrille vor VW-Käfer am Strand.

Cool aussehen ist wichtig bei Sonnenbrillen. Noch wichtiger ist es, dass sie unsere Augen möglichst komplett vor schädlicher UV-Strahlung schützen. – Foto: pixabay.com

Nach dem dunklen Winter und einer weiteren Corona-Welle macht sich Leichtigkeit breit, weil man wieder ins Freie kann – und in die Sonne. Bei allem Glücksempfinden raten Experten aber auch zur Vorsicht. „Viele Menschen unterschätzen gerade im Frühjahr die Gefahren der schon jetzt intensiven Sonnenbestrahlung“, heißt es etwa bei der Deutsche Krebshilfe.

Neben wohltuender Wärme und sichtbarem Licht gehören allerdings auch unsichtbare ultraviolette (UV-) Strahlen zum Spektrum der Sonne. Die UV-Strahlung kann schon unsere Haut schädigen, aber die kann immerhin „braun werden“ und sich durch Pigmente dagegen wappnen. Ungleich empfindlicher und schutzbedürftiger sind unsere Augen. Da hilft nur eine Sonnenbrille. Doch welche ist die richtige? Welche Kriterien muss eine Sonnenbrille erfüllen, damit sie auch wirklich schützt?

Ein ausreichender UV-Schutz ist wichtig

„Achten sollte man auch darauf, dass das Sonnenbrillenmodell ausreichend Abdeckung für die Augen bietet. Am besten sind Fassungen, die bis zu den Brauen reichen, und breite, eng anliegende Bügel. So gelangt möglichst wenig UV-Licht in die Augen“, schreibt dazu das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.  Aus diesem Grund sollten Verbraucher unbedingt auch die Angaben zum UV-Schutz der Gläser prüfen.

Jede Sonnenbrille, die in Deutschland verkauft wird, muss der in der EU gültigen Norm entsprechen – erkennbar am CE-Zeichen auf der Brille. „Die Hersteller versichern damit, den europäischen Sicherheitsstandard für persönliche Schutzausrüstung einzuhalten“, heißt es bei der Stiftung Warentest. „Die Vorschrift hat aber zwei Schwachstellen: Das CE-Zeichen kann erstens leicht unberechtigt aufgebracht werden, da dafür keine Prüfung durch unabhängige Stellen erforderlich ist. Zweitens beteuert der Hersteller damit nur UV-Schutz für Licht von einer Wellenlänge bis 380 Nanometer.“ Laut Apotheken Umschau können aber auch Wellenlängen von 380 bis 400 Nanometern dem Auge schaden. Brillen, die auch diesen Bereich herausfiltern, sind mit der Aufschrift „UV400" oder „100 Prozent UV-Schutz" gekennzeichnet.

Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich beim Augenoptiker beraten. Die Stiftung Warentest rät Verbrauchern, ihren Augenoptiker nach UV400-Schutz zu fragen, wenn dieser nicht auf der Brille angegeben ist. „Auch wenn Sie bereits eine Sonnenbrille beim Discounter oder im Urlaub am Strand gekauft haben und der UV-Schutzangabe misstrauen, können sie diese bei vielen Augenoptikern kostenlos überprüfen lassen“, heißt es bei der Stiftung weiter.

 

Sonnenbrillen müssen auch gut vor Helligkeit schützen

Der Blendschutz zeigt, wie gut die Sonnenbrille vor Helligkeit schützt. Dabei gibt es fünf Abstufungen: je höher die angegebene Zahl, desto höher der Schutzfaktor der Sonnenbrille. Wichtig ist es zu beachten: Die Tönung schützt nur davor, von starker Helligkeit geblendet zu werden – nicht vor den unsichtbaren UV-Strahlen. Bei Qualitäts-Sonnenbrillen wird der Grad des Blendschutzfilters oft mit der Bezeichnung „KAT“ für „Kategorie“ auf dem Bügel angegeben.

Kat 0:
Sehr leichter Blendschutz für den Abend (Tönung: 3 bis 20 Prozent)

Kat 1:
Leichter Schutz für bedeckte Tage (Tönung: 20 bis 57 Prozent)

Kat 2:
Kräftiger Filter für sonniges Wetter im Schatten (Tönung: 57 bis 82 Prozent)

Kat 3:
Dunkler Filter für Strand und Sport (Tönung: 82 bis 92 Prozent)

Kat 4:
Tiefdunkler Filter für Alpin- und Wassersport – nicht mehr geeignet fürs Autofahren (Tönung: 92 bis 97 Prozent)

(Quelle: Stiftung Warentest)

Farbton der Brillengläser wichtig für kontrastreiches Sehen

Auch die Glasfarbe kann einen großen Unterschied machen. Der Rat der Apotheken Umschau: „Damit man Kontraste gut erkennt, eignen sich grüne, braune oder graue Gläser am besten.“

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Organe , Auge , Prävention , Sonnenschutz
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Gesundheit und Sonne“

Nach den düsteren, kalten Wintermonaten lässt einem sonniges Frühlingswetter das Herz hüpfen. Doch Vorsicht: Die Haut braucht Zeit, um sich wieder an die Sonne zu gewöhnen – und Frühlingssonne ist stärker, als man denkt. „Mini-Ozonlöcher“ können schon jetzt zu hohen UV-Strahlungswerten führen, die eigentlich für den Sommer typisch sind.

06.06.2021

Schon wieder ein leichter Sonnenbrand, obwohl da immer wieder Wölkchen am Himmel waren und die Sonne gefühlt gar nicht so knallte? Was habe ich falsch gemacht? Schon jetzt, zu Beginn des Sommers, ist die UV-Strahlung oft stärker, als man denkt. Ein konkreter und objektiver Anhaltspunkt für den richtigen Sonnenschutz ist der laufend aktualisierte UV-Index des Bundesamts für Strahlenschutz.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Die Wirkungen und Nebenwirkungen der Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise seien kaum zu beurteilen. Das erklärte Prof. Hendrik Streeck am Freitag in Berlin. Der Virologe gehört zu der Sachverständigenkommission, die diese evaluieren sollte.

Hunde haben einen außergewöhnlichen Geruchssinn. In Studien wurde bereits gezeigt, dass sie eine akute Covid-19-Infektion erkennen können. Jetzt wurde das auch für Long-Covid gezeigt. Über das Phänomen berichtet die Tierärztliche Hochschule Hannover.

 
Kliniken
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin