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Wann man sich unbedingt die Hände waschen sollte

Dienstag, 3. Mai 2022 – Autor:
Ein Großteil aller ansteckenden Krankheiten wird über die Hände übertragen. Deshalb sollte man sich in bestimmten Alltagssituationen unbedingt die Hände waschen.
Frau wäscht sich die Hände.

Die meisten ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen. Händewaschen unterbricht die Infektionskette. – Foto: AdobeStock/beeboys

Sie sind nicht sichtbar, aber sie lauern überall: Krankheitskeime auf Türklinken, Wasserhähnen, PC-Tastaturen, Handys. In bestimmten Alltagssituationen sollte man sich deshalb unbedingt die Hände waschen – denn ein Großteil aller ansteckenden Krankheiten wird über die Hände übertragen: Erkältungen, die Grippe oder ansteckende Magen-Darm-Infektionen.

Weil viele Beschäftigte vom Homeoffice an ihren stationären Büroarbeitsplatz zurückkehren, weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aktuell auf die Bedeutung guter Hygiene vor allem am Arbeitsplatz hin.

Welttag der Handhygiene: Der 5.5. symbolisiert unsere zehn Finger

Äußerlicher Anlass ist auch der „Welttag der Handhygiene“, der jährlich am 5. Mai auf dem Kalender steht. Ins Leben gerufen wurde der Gesundheitstag von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Adressaten dieses weltweiten Aktionstags sind besonders Erwachsene und Kinder, Kindergärten, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser und andere Gesundheits- oder Gemeinschaftseinrichtungen: Orte, an denen sich besonders viele Menschen tummeln – und damit auch viele Keime. Natürlich gehören der eigene Haushalt genauso dazu wie der Arbeitsplatz.

Und warum am  5.5. eines jeden Jahres? Die Ordnungsziffern von Tag und Monat stehen symbolisch für die zweimal fünf Finger an den menschlichen Händen: Sie sind unsere wichtigsten Werkzeuge – und stellen deshalb zugleich einen Umschlagplatz für krankmachende Erreger dar.

 

Krankheitsübertragung im Alltag: So schnell kann es gehen

So schnell kann es gehen, mit der Weiterverbreitung von Krankheitskeimen von Mensch zu Mensch: Ein Mitarbeiter niest in die Hand, fasst die Bürotüre an – und schon gelangen Erreger von der Hand an die Türklinke. Wer als nächstes das Büro betritt, nimmt die Krankheitserreger mit den Händen auf. Fasst diese Person sich dann im Anschluss ins Gesicht, können die Krankheitserreger an die Schleimhäute von Mund oder Nase gelangen – schon wird der Nächste krank.

Warum Händewaschen so wichtig ist

„Händewaschen unterbricht diesen Übertragungsweg“, sagt Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA. „Auch wenn die Übertragung des Corona-Virus hauptsächlich durch Aerosole in der Luft und über die Atemwege erfolgt, hat die Zeit der Covid-19-Pandemie uns auch dafür sensibilisiert, wie wichtig generell Hygienemaßnahmen für den Schutz der Gesundheit sind.“ Dem BZgA-Chef zufolge verbreiten sich viele Infektionskrankheiten sich schnell, wenn sich Menschen im Alltag begegnen.

„Wer sich regelmäßig und gründlich die Hände wäscht, entfernt wirksam Krankheitserreger von den Händen. Sorgfältige Händehygiene kann die Verbreitung von Krankheitserregern über sogenannte Schmierinfektionen verhindern und trägt damit zum Schutz für sich und andere bei“, sagt Dietrich. „Schmierinfektion“ ist der Fachbegriff für den Übertragungsweg von Mensch zu Mensch über Kontakte zwischen Händen und Gegenständen.

Zehn Alltagssituationen, in denen Hände waschen Pflicht ist

Um die Weitergabe von Krankheitserregern auf diesem Weg zu verhindern, sollten unbedingt die Regeln zur Händehygiene beachtet werden. Dazu gehören das Husten und Niesen in die Ellenbeuge ebenso wie aktuell auch der Verzicht auf das Händeschütteln. Besonders wichtig ist das Händewaschen, mit ausreichend Seife und mindestens 20 Sekunden lang, mehrfach täglich. Die BZgA rät zum Händewaschen in folgenden Situationen – mindestens:

  • nach der Ankunft zu Hause oder im Büro
  • nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen
  • bei der Zubereitung von Speisen
  • vor und nach dem Essen
  • nach dem Besuch der Toilette
  • nach dem Wechseln von Windeln
  • vor und nach dem Kontakt mit Kranken
  • vor und nach der Behandlung von Wunden
  • nach dem Kontakt mit Abfällen
  • nach dem Kontakt mit Tieren oder Tierfutter.

Fünf Schritte: So geht richtiges Händewaschen

  1. Halten Sie die Hände zunächst unter fließendes Wasser. Die Temperatur können Sie so wählen, dass sie angenehm ist.
  2. Seifen Sie dann die Hände gründlich ein – sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denken Sie auch an die Fingernägel. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen.
  3. Reiben Sie die Seife an allen Stellen sanft ein. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.
  4. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder Ihren Ellenbogen.
  5. Trocknen Sie anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen. In öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen.

(Quelle: BZgA)

Hauptkategorie: Prävention und Reha
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