. Krankenhaus-Finanzierung

Wann machen Krankenhaus-Kooperationen Sinn?

Kooperationsvereinbarungen können Krankenhäusern Vorteile bringen – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Manchmal führen sie sogar zu negativen wirtschaftlichen Effekten. Das fanden Forscher des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) heraus.
Kooperationen zwischen Krankenhäusern

Kooperationen zwischen Krankenhäusern können zu Einsparungen führen.

Immer öfter finden Kooperationsvereinbarungen und Fusionen im Krankenhausbereich statt – als Reaktion auf den zunehmenden wirtschaftlichen Druck. Kooperationen gibt es dabei sowohl zwischen Krankenhäusern untereinander als auch mit Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen oder mit Arztpraxen. Die Kliniken erhoffen sich dadurch Einsparungen und Verbesserungen bei der Versorgung der Patienten. Doch nicht immer sind Kooperationen sinnvoll. Kritiker geben zu bedenken, dass sie manchmal sogar das Gegenteil dessen bewirken, was erreicht werden soll.

Kooperationen am besten mit Gleichgesinnten

Forscher vom Hamburg Center for Health Economics (HCHE) untersuchten nun, welche Arten von Partnerschaften die größten medizinischen, administrativen und wirtschaftlichen Vorteile bringen. Dabei zeigte sich, dass Kooperationen unter Gleichgesinnten, also mit anderen Krankenhäusern, am produktivsten sind, besonders wenn sie auf administrativer Ebene stattfinden. So wirkte sich die Zusammenarbeit beim Einkauf und Controlling besonders positiv aus. Sinnvoll ist es auch, wenn die Kliniken Apotheken oder Serviceeinrichtungen wie Wäscherei und Küche gemeinsam betreiben und gemeinsame Preisverhandlungen durchführen. Auch bei der Anschaffung von Großgeräten sind Einsparungen möglich.

Manche Krankenhäuser erzielen auch positive Effekte, wenn sie mit niedergelassenen Ärzten oder Reha-Einrichtungen kooperieren. Allerdings können zu viele unterschiedliche Partnerschaften auch zu negativen Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis führen. Der Grund liegt dann vermutlich in zu großen administrativen Aufwendungen.

 

Kooperationsvereinbarungen als Gesamtstrategie

„Einzelne Kooperationen sollten daher immer im Gesamtkontext der Krankenhausstrategie betrachtet werden und nicht eine Einzelentscheidung sein“, empfiehlt Professor Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. „Diese Forschungsarbeit zeigt, dass bereits die Wahl der Kooperationsebene eine grundsätzliche Tendenz über den wirtschaftlichen Erfolg einer Partnerschaft liefert.“

Die Untersuchung des HCHE ist die erste Studie, die das Kooperationsverhalten deutscher Krankenhäuser im großen Maß analysiert. Insgesamt nahmen an der Erhebung rund 20 Prozent der deutschen Krankenhäuser teil. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Health Care Management Review veröffentlicht.

Foto: © ep stock - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenhäuser

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Ständiger Stress hat auch körperliche Folgen. So kann die psychische Belastung den Blutdruck in die Höhe treiben, das Herzinfarktrisiko erhöhen und das Immunsystem schwächen. Auch Übergewicht gehört zu den möglichen Folgen – besonders bei Frauen, wie eine Studie gezeigt hat.
Pflegeheimen geht es besser als Krankenhäusern, aber ihre wirtschaftliche Lage hat sich zwischen 2015 und 2017 verschlechtert. Auch der Personalmangel ist exorbitant gestiegen. Das geht aus dem Pflegeheim Rating Report 2020 hervor.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Französische Friedrichstadtkirche (Französischer Dom) | Gendarmenmarkt 5 | 10117 Berlin (Mitte)

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Campus Charité Mitte, Charité Comprehensive Cancer Center, Invalidenstraße 80, 10115 Berlin, Barrierefreier Zugang über Virchowweg 23 auf dem Campusgelände Ebene 3 | Konferenzraum (Raum 03 001)
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.