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22.02.2020

Wann ist ein Blutdruck zu hoch?

Jeder dritte Deutsche leidet an Bluthochdruck. Zwei von zehn wissen nichts davon. Dabei geht jeder zweite Herzinfarkt und Schlaganfall auf einen zu hohen Blutdruck zurück. Diese Werte sollte jeder kennen.
Die Blutdruckwerte geben Auskunft, ob ein Bluthochdruck vorliegt

Die Blutdruckwerte geben Auskunft, ob ein Bluthochdruck vorliegt

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit, so viel steht fest. Die Deutsche Hochdruckliga geht von 20 bis 30 Millionen Betroffenen in Deutschland aus. Das wäre ungefähr jeder dritte. Im Alter steigt das Risiko jedoch sprunghaft an: Drei von vier der 70- bis 79-jährigen haben einen Bluthochdruck. Denn Alter ist neben Erbanalgen und dem persönlichen Lebensstil das größte Risiko für die sogenannte primäre Hypertonie. Organische Ursachen sind bei der häufigsten Form des Bluthochdrucks nicht bekannt.

Eine sekundäre Hypertonie liegt bei etwa zehn Prozent der Betroffenen vor. Hier sind organische Erkrankungen wie zum Beispiel die Verengung der Nierenarterien die Ursache dafür, dass der Blutdruck zu hoch ist.

Bluthochdruck schädigt Gefäße, Herz und andere Organe

Bluthochdruck muss immer behandelt werden, und sei es nur durch Lebensstiländerungen. Denn Bluthochdruck schädigt im Laufe der Jahre wichtige Organe wie das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren und die Blutgefäße. Die Folge können lebensbedrohliche Krankheiten sein: Die Deutsche Hochdruckliga sagt, dass jeder zweite Herzinfarkt oder Schlaganfall auf das Konto von zu hohem Blutdruck geht. Insofern ist eine Bluthochdruckbehandlung, immer auch eine Schlaganfallprophylaxe.

Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von Bluthochdruck ist deshalb die dauerhafte Senkung des Blutdrucks auf einen normalen Wert. Das beugt der Schädigung der Organe vor und trägt dazu bei, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern.

 

Ab welchem Wert ist ein Blutdruck zu hoch?

Ein Blutdruck von 120 / 80 mm Hg gilt als normal – und wenn er etwas darunter liegt, umso besser fürs Herz und die Gefäße. Auch ein Blutdruck zwischen 130 / 85 mm Hg und 139 / 89 mm Hg gilt in Deutschland ebenfalls als noch normal – (anders als in den USA).

Erst ab einem Wert von 140 / 90 mm Hg und höher liegt eine Hypertonie vor. Hier wird zwischen einer leichten (140 / 90 mm Hg und 159 / 99 mm Hg) und einer mittelschweren (160 / 100 mm Hg und 179 / 109 mm Hg) unterschieden. Ist der Blutdruck auf 180 oder höher liegt eine schwere Hypertonie vor.

Sonderfall Isolierte systolische Hypertonie

Ein Sonderfall ist die so genannten isolierten systolischen Hypertonie. Bei dieser Form des Bluthochdrucks liegt der obere Blutdruck bei 140 mm Hg und höher, während der untere niedriger als 90 mm Hg ist. Isolierte systolische Hypertonie kommt insbesondere  bei älteren Menschen vor.

Manchmal reicht schon mehr körperliche Bewegung

Die Behandlung des Bluthochdrucks richtet sich nach dem Schweregrad, dem Alter und dem Allgemeinzustand der Patienten. Bei einer jungen fitten Person mit leicht erhöhtem Blutdruck können oft schon eine Gewichtsabnahme und Spaziergänge helfen. Ein älterer Patient mit schwerem Bluthochdruck wird dagegen täglich mehrere Blutdrucksender einnehmen müssen.

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt grundsätzlich:

  • Normalgewicht anstreben
  • mäßiger Alkoholgenuss
  • wenig Kochsalz zu sich nehmen
  • gesunde Ernährung
  • Nicht Rauchen
  • regelmäßige körperliche Betätigung
  • regelmäßiger Tagesablauf mit Pausen für Erholung und Entspannung

© Adobe Stock/amnaj

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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