. Grippeschutzimpfung

Wann gegen Grippe impfen?

Die Grippeimpfung ist der beste Schutz vor einer Influenza. Doch macht es Sinn, sich schon im Oktober bei spätsommerlichem Wetter impfen zu lassen? Kommt drauf an, sagen Experten.
Grippeimpfung, bester Zeitpunkt

Die Grippesaison 2018/2019 hat begonnen. Schon seit September kann man sich gegen Grippe impfen lassen

Im Februar und März hat die Grippe gewöhnlich Hochsaison. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Grippeimpfung aber schon jetzt, also im Oktober. Denn auf dem Kalender hat die Grippesaison in der nördlichen Hemisphäre theoretisch schon begonnen. Außerdem dauert es rund 14 Tage, bis der volle Impfschutz aufgebaut ist. Wer sich also jetzt schon gegen Grippe impfen ist, ist gegen die ersten zirkulierenden Grippeviren gewappnet. Die Impfung schützt im Allgemeinen für sechs bis zwölf Monate, heißt es offiziell.

Ältere Menschen erst später impfen?

Für ältere Menschen, denen die Grippeimpfung ja ausdrücklich empfohlen wird, gilt das jedoch nur bedingt. Im Alter hält der Impfschutz weniger lang an als in jungen Jahren, weil Senioren ein schwächeres Immunsystem haben und die Immunreaktion darum früher nachlässt. Ausgerechnet diese Risikogruppe ist dann unter Umständen auf dem Höhepunkt der Grippewelle nicht mehr ausreichend vor Influenzaviren geschützt.

Darum raten einige Ärzte ihren älteren Patienten, die Impfung erst im November oder Dezember durchzuführen. Aber ob das besser ist, weiß keiner so genau. „Den optimalen Zeitpunkt für die Grippeimpfung gibt es nicht“, sagt der britische Allgemeinmediziner Dr. George Kassanios. Es komme auf die Risikogruppe an: „Für ältere Menschen ist es besser, ein wenig abzuwarten, damit der Schutz auch noch im Februar und März besteht. Das bedeutet also eher im Dezember zu impfen als im September“, so der Mediziner. Schwangere lasse er hingegen so früh wie möglich impfen. „Die Grippeimpfung ist der beste Schutz, den wir haben“, so Kassanios. Daher sei es das Wichtigste, sich überhaupt impfen zu lassen.

 

Milderer Krankheitsverlauf durch Grippeimpfung

Auch wenn es den optimalen Zeitpunkt für die Grippeschutzimpfung nicht gibt und die Impfung nicht zu hundert Prozent schützt: Menschen, die trotz Impfung  an Grippe erkranken, haben zumindest einen milderen Krankheitsverlauf.

In der vergangenen Saison war die Wirkung der Grippe-Impfung besonders gering, weil gerade die Variante des Influenza-B-Virus sehr aktiv war, die in dem überwiegend verimpften Dreifach-Impfstoff nicht enthalten ist. Die Politik hat nun nachgebessert, so dass ab sofort den Versicherten der wirksamere Vierfach-Impfstoff zu Verfügung steht.

Grippe kann tödlich sein

Eine Grippe ist keine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung die zu schweren Krankheitsverläufen bis hin zum Tode führen kann. Chronisch Kranke, Menschen ab 60 und Schwangere sind besonders gefährdet, schwer zu erkranken. Außerdem ist medizinisches Personal einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt und kann die Grippeviren an geschwächte Patienten übertragen. Diesen Risikogruppen wird die Grippeimpfung offiziell empfohlen.

Kinderärzte fordern unterdessen, auch Kinder gegen Grippe impfen zu lassen, da bei ihnen das Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist. Zudem sind sie über Kindergärten und Schulen ebenfalls einem sehr hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt.

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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