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Während Krebstherapie besser nicht schwanger werden

Sonntag, 19. März 2017 – Autor:
Frauen sollten eine Schwangerschaft während der Krebstherapie besser vermeiden. Das raten Ärzte vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Bei Brustkrebs sollte zudem auf eine hormonelle Verhütung verzichtet werden.
Eine Krebstherapie kann dem ungeborenen Kind schaden. Darum ist eine Schwangerschaft während der Behandlungsphase tabu

Eine Krebstherapie kann dem ungeborenen Kind schaden. Darum ist eine Schwangerschaft während der Behandlungsphase tabu – Foto: vector/ AngelaStolle - Fotolia

Schwanger während der Krebstherapie? Besser nicht, sagen Ärzte vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Denn das ungeborene Kind könnte durch eine Antihormon-, Strahlen- oder Chemotherapie Schaden nehmen. Ein Abbruch der Therapie wegen Schwangerschaft gefährdet hingegen das Leben der Patientin. Ein Tabu also.

Da viele Frauen während der Behandlung aber nicht auf Sex verzichten wollen, müssen sie verhüten. Allerdings sind zumindest bei Brustkrebs die Möglichkeiten begrenzt. Von hormonellen Verhütungsmethoden wie Pille, Spirale oder Hormonpflaster raten die Krebsmediziner nämlich ebenfalls ab.

Hormonelle Verhütungsmethoden ebenfalls tabu

„Bei Anwendung von hormonellen Verhütungsmethoden besteht die Gefahr, dass der Tumor zum Wachsen angeregt wird“, erläutert Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums. Schließlich seien viele Mammakarzinome hormonabhängig. Daten, inwieweit das Rückfallrisiko durch hormonelle Verhütungsmethoden beeinflusst wird, gebe es allerdings keine.

Dennoch raten alle Fachgesellschaften zu Nicht-hormonellen Verhütungsmethoden. Dazu zählen zum Beispiel Kondome oder ein Diaphragma. Sie schützen jedoch nicht zuverlässig vor einer Schwangerschaft. So werden Frauen 5 bis 21 von 100 Frauen trotz Kondomen schwanger.

 

Schwangerschaft in jedem Fall vermeiden

Deutlich mehr Sicherheit bieten hormonfreie Intrauterinpessare  wie die Kupfer-Spirale oder Kupfer-Kette. Hier liegt die Gefahr einer Schwangerschaft bei nur 0,8 Prozent. Das Ausbleiben der Monatsblutung ist dagegen kein verlässliches Verhütungsmittel. „Gerade bei jüngeren Frauen unter 40 Jahren setzt die Monatsblutung in etwa 40 Prozent der Fälle nach einer Chemotherapie wieder ein“, sagt Weg-Remers. Frauen, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben, können über eine operative Eileiter-Unterbindung nachdenken, sollten aber wissen dass, sie danach nie wieder schwanger werden können.

Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Schwangerschaft kommt, halten die Krebsmediziner die Pille danach für vertretbar. „Diese einmalige Hormonbehandlung wird in diesem Fall in Kauf genommen, um das größere Risiko einer ungewollten Schwangerschaft zu vermeiden.“

Foto: © vector/ AngelaStolle - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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