. Lungenkrebs

Wachstum von Lungentumoren stoppen

Neue Studienergebnisse zeigen: Für Menschen mit Lungenkrebs, die aufgrund ihres Alters oder schwerer Begleiterkrankungen nicht operiert werden können, steht mit der stereotaktischen Strahlentherapie eine wirksame Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Das hochpräzise Verfahren kann das Wachstum kleinerer Tumoren in der Lunge stoppen.
Wachstum von Lungentumoren stoppen

Foto: © Klausi / PIEXELIO

 

Bei der stereotaktischen Strahlentherapie werden die Strahlen aus vielen Richtungen auf den Tumor gelenkt. Wie in einem Brennglas bündeln sie sich im Tumorherd. "Jeder einzelne Strahl ist vergleichsweise schwach. Im Tumor selbst erreichen wir dann jedoch sehr hohe Dosierungen. So können wir den Krebs ganz gezielt ins Visier nehmen", berichtet DEGRO-Präsidentin Professor Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO), Berlin.

Stereotaktische Strahlentherapie

Auf dem Jahreskongress der American Society for Radiation Oncology (ASTRO) stellten Wissenschaftler aus den USA und Kanada nun neue Ergebnisse dieser hochpräzisen Bestrahlung vor. Sie setzen die stereotaktische Strahlentherapie bei Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom im Frühstadium ein. Mehr als 80 Prozent aller Lungenkarzinome gehören der nicht-kleinzelligen Form an. Für die Studienteilnehmer kam eine Operation nicht in Frage, weil sie an schweren Begleiterkrankungen wie Herzkrankheiten, Schlaganfällen oder Lungenemphysemen litten.

 

Tumorwachstum bei Lungenkrebspatienten häufig gestoppt

Bei nahezu allen Probanden konnte die stereotaktische Strahlentherapie das Tumorwachstum stoppen. Von den durchschnittlich 72 Jahre alten Patienten waren nach drei Jahren mehr als die Hälfte am Leben, die meisten ohne Anzeichen eines Tumorrückfalls. Zu ihm kann es kommen, wenn zum Zeitpunkt der Strahlentherapie bereits unerkannte Metastasen vorhanden sind. "Die Studienergebnisse aus den USA sind viel versprechend. Sie sind deckungsgleich mit denen, die für diese Erkrankung bereits von deutschen Wissenschaftlern publiziert wurden.