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17.03.2020

Vorhofflimmern: Sport kann Anfälle verhindern

Patienten mit Vorhofflimmern sollten sich regelmäßig sportlich betätigen – das rät die Deutsche Herzstiftung in einem aktuellen Ratgeber. Ein gut dosiertes Ausdauertraining kann demnach vor unangenehmen Anfällen schützen und das Herz stärken.
Vorhofflimmern, Ausdauertraining

Sport stärkt das Herz und kann vor Vorhofflimmern schützen

Plötzliches Herzrasen wie aus dem Nichts, ein Puls von bis zu 160 Schlägen in der Minute, dazu Druckgefühl im Brustkorb, Luftnot, Schwindel und Angstgefühl – mit diesen unangenehmen Anfällen ist Vorhofflimmern verbunden. Was viele Betroffene nicht wissen: Sie können selbst viel gegen die Episoden tun, nämlich mit Sport und einer gesunden Lebensweise. Auch Professor Bernd Nowak vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung erklärt: „Für Patienten mit Vorhofflimmern sind Sport und Gewichtsabnahme ganz entscheidend, um ihr Risiko für erneute Vorhofflimmeranfälle dramatisch zu senken.“ Im Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ der Herzstiftung informiert er über Ursachen, aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns.

Ausdauer- und Krafttraining empfohlen

Sinnvoll für Patienten mit Vorhofflimmern ist niedrig bis mäßig dosiertes Ausdauertraining, möglichst 20 bis 30 Minuten drei- bis fünfmal pro Woche. Das Training kann in flottem Gehen, Joggen, Rudern, Walken, Radfahren, Ergometertraining oder Tanzen bestehen.

Auch niedrig dosiertes Krafttraining sollte ein Trainingsbestandteil für Patienten mit Vorhofflimmern sein: „Ältere Menschen, die besonders häufig von dieser Rhythmusstörung betroffen sind, riskieren mit Krafttraining weniger Stürze und kommen im Alltag besser zurecht“, berichtet Nowak. Allerdings sollte das Training vorher mit einem Arzt abgesprochen werden. Denn Vorhofflimmerpatienten, die zum Beispiel Betablocker oder Rhythmusmedikamente einnehmen, müssen mit Einbußen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit rechnen.

 

Sport kann Anfälle von Vorhofflimmern reduzieren

Untersuchungen zeigen: Kann ein Vorhofflimmerpatient seine Belastbarkeit um mehr als 50 Watt steigern, was einem schnelleren Gehen entspricht, wird das Risiko für erneutes Vorhofflimmern über eine Fünf-Jahres-Periode um 37 Prozent verringert. Nimmt man zusätzlich zehn Prozent des Körpergewicht ab und steigert seine Belastbarkeit um mehr als 50 Prozent, lässt sich das Risiko erneuter Vorhofflimmeranfälle sogar um drei Viertel senken, so die Deutsche Herzstiftung – ein Effekt, wie man ihn mit Medikamenten kaum erreichen könne.

Die positiven Effekte von Ausdauerbewegung zeigen sich auch bei Patienten nach einer Katheterablation. „Wenn man die Risiken aggressiv behandelt und die Patienten vermehrt trainieren, werden die Langzeitergebnisse der Ablation weiter verbessert“, so Nowak. Und wer (noch) kein Vorhofflimmern hat, kann durch stärkeres regelmäßiges Training der Herzrhythmusstörung vorbeugen und so sein Schlaganfall- und Sterblichkeitsrisiko senken.

Auf Einschränkungen achten

Einige Einschränkungen bei den sportlichen Aktivitäten sind für Herzpatienten jedoch zu beachten. Da Vorhofflimmeranfälle ganz plötzlich auftreten und mit Atemnot und Schwächeanfällen einhergehen können, kann etwa Schwimmen im Meer oder in anderen Gewässern gefährlich sein. Auch Klettern oder exponiertes Bergwandern, zum Beispiel über einen Grat, sollte man vermeiden. Patienten, die für die Schlaganfallprophylaxe Gerinnungshemmer einnehmen, sollten zudem ein Auge darauf haben, ob ihr Sport verletzungsträchtig ist.

Foto: © Adobe Stock/Mladen

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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