. Herzrhythmusstörung

Vorhofflimmern erhöht Risiko für Schlaganfall

Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen. Es ist daher wichtig, Vorhofflimmern rechtzeitig zu behandeln. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte regelmässig zur Vorsorge gehen.
Vorhofflimmern erhöht Risiko für Schlaganfall

Andrius Gruzdaitis / fotolia.com

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Etwa eine Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Die Herzvorhöfe dienen dazu, die Herzkammern bei ihrer Arbeit zu unterstützen und sie mit Blut zu versorgen. Wenn jedoch der Sinusknoten im rechten Vorhof, der den Takt für das Schlagen des Herzens angibt, nicht mehr richtig funktioniert, könne sich die Herzvorhöfe nicht regelmässig zusammenziehen - sie beginnen zu flimmern. Für die Herzkammern bedeutet das, dass sie mehr arbeiten müssen. Gefährlich wird das Vorhofflimmern vor allem dann, wenn es chronisch wird. Wenn das Blut in den Herzvorhöfen dauerhaft nicht zirkulieren kann, gerinnt es. Die Gerinnsel können sich dann lösen, ins Gehirn wandern und einen Schlaganfall auslösen.

Vorhofflimmern: Symtome

Die Patienten bemerken das Vorhofflimmern häufig durch plötzliches starkes Herzklopfen, ein beklemmendes Gefühl in der Brust und Atemnot. Manche Menschen erleben sogar Todesangst und landen in der Notaufnahme einer Klinik - obwohl das Flimmern an sich nicht gefährlich ist. Es gibt aber auch viele Patienten, die nichts bemerken. Vor allem im Alter, wenn das Herz sowieso schwächer schlägt, kann Vorhofflimmern symptomlos verlaufen. Dies ist jedoch problematisch, denn gerade ein schwaches Herz ist auf die Unterstützung der Vorhöfe angewiesen. Menschen, die über 60 Jahre alt sind und zur Risikogruppe gehören, sollten daher regelmässig zur Vorsorge gehen. Zur Risikogruppe gehört, wer unter Bluthochdruck, Diabetes oder einer Schilddrüsenüberfunktion leidet.

Behandlung

Die Herzrhythmusstörung wird mit Medikamenten wie Betablockern, Herzglykosiden oder Antiarrhythmika behandelt. Wichtig ist vor allem, die Ursachen zu beseitigen und beispielsweise den Blutdruck zu senken. Gegen die Blutgerinnung werden Medikamente zur Blutverdünnung gegeben. Wenn diese auch nicht mehr helfen, kann eine Operation notwendig sein. Bei der sogenannten Katheterablation werden die Bezirke der Vorhöfe, die das Flimmern auslösen, elektrisch verödet. Diese Methode wird vor allem bei jüngeren Patienten ohne Komorbiditäten angewendet. Die Operation ist ein komplizierter Eingriff, doch viele Patienten haben dadurch die Chance, das Vorhofflimmern dauerhaft loszuwerden.

Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Vorhofflimmern , Schlaganfall , Herz

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

| Schlaganfällen geht häufig Vorhofflimmern voraus, doch bleibt die Grunderkrankung oft unentdeckt. Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass ein verlängertes Langzeit-EKG Vorhofflimmern häufiger entdeckt und somit den nächsten Schlaganfall verhindern kann.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Erhöhte TSH-Werte deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Doch nicht immer steckt ein krankhafter Befund dahinter. Bei älteren Menschen sind die Werte von Natur aus erhöht. Eine Behandlung brauchen die wenigsten, wie eine neue Studie zeigt.
Schwarzkümmelöl wird schon seit Jahrtausenden gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt und gilt auch heute noch manchen Menschen geradezu als Allheilmittel. Doch was ist dran an den Behauptungen über die positiven gesundheitlichen Wirkungen des Öls?
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.