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17.04.2012

Vom Raucherhusten zur schweren Atemnot

Sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die meisten COPD-Patienten sind Raucher jenseits des fünften Lebensjahrzehnts. Internisten fordern mehr Aufklärung
Vom Raucherhusten zur schweren Atemnot

Martin Bündenbender/pixelio

Ein harmloser Husten, ein wenig kurzatmig - Symptome, die viele Raucher über Monate und Jahre nicht beachten, können schwere Folgen haben. Bleiben sie unbehandelt und rauchen die Betroffene weiter, entwickelt sich in der Lunge eine chronische Entzündung, die mit vermehrter Schleimbildung und Auswurf einhergeht. Die chronische Entzündung führt zu einer zunehmenden und bleibenden Verengung der Bronchien und ihrer fein verzweigten Äste.

Verlauf und Therapie

"Etwa 15 bis 20 Prozent der Patienten, die an einer chronischen Bronchitis leiden, entwickeln bei fortgesetztem Rauchen eine COPD", sagt Professor Dr. med. Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel. Bei einigen Patienten überblähe sich nach und nach die Lunge und sie entwickeln eine rechtsseitige Herzschwäche. "Da die Erkrankung fortschreitend verläuft, leiden Betroffene in ihrem Alltag unter erheblichen Einschränkungen wie schwerer Atemnot und sinkender Leistungsfähigkeit", so der Experte.
Raucher, die unter Husten und Atembeschwerden leiden, sollten sich umgehend untersuchen lassen, empfiehlt Pneumologe Adrian Gilissen: "Nach der neuesten internationalen COPD-Leitlinie, die Ende 2011 veröffentlicht wurde, muss jede bestehende und sich verschlimmernde Luftnotsymptomatik durch eine Lungenfunktionsprüfung abgeklärt werden." Betroffene sollten sich daher an ihren Hausarzt wenden, der den Schweregrad mit einem Lungenfunktionstest bestimmt und eventuell an einen Lungenfacharzt weiter verweist. Stellt dieser eine COPD fest, leitet er eine Therapie mit Bronchien erweiternden und entzündungshemmenden Medikamenten ein.

 

COPD, eine vermeidbare Krankheit?

COPD ist - mit steigender Tendenz - die vierthäufigste Todesursache weltweit. Dabei handelt es sich im Grunde um eine vermeidbare Krankheit. Denn Ursache der Volkskrankheit ist in den meisten Fällen Zigarettenrauch. "Neuerkrankungen vorzubeugen ist deshalb eine wichtige Aufgabe von Medizinern, Politik und Gesellschaft", so Professor Dr. med. Joachim Mössner, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Insbesondere junge Menschen müssten über die Gefahren des Rauchens Bescheid wissen. Denn viele beginnen damit im Schulalter. Für Raucher, die den Zigarettenkonsum aufgeben möchten, fördern Krankenkassen Entwöhnungskurse. "Auch Rauchverbote an öffentlichen Orten tragen dazu bei, Neuerkrankungen zu vermeiden", sagt Professor Mössner.

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