. Berlin

Vivantes will „transkulturelle Psychiatrie“ für Flüchtlinge eröffnen

Der Berliner Klinikkonzern Vivantes wird am 1. Oktober ein Zentrum für Transkulturelle Psychiatrie (ZTP) eröffnen. Dort sollen Flüchtlinge und Migranten auch in ihrer Landessprache behandelt werden können, etwa auf Arabisch oder Farsi
Am Vivantes Humboldt-Klinikum entsteht das neue Zentrum für Transkulturelle Psychiatrie (ZTP). Akut sollen Flüchtlinge davon profitieren

Am Vivantes Humboldt-Klinikum entsteht das neue Zentrum für Transkulturelle Psychiatrie (ZTP). Akut sollen Flüchtlinge davon profitieren

Unter dem etwas sperrig klingenden Namen „Zentrum für Transkulturelle Psychiatrie“ (ZTP) eröffnet das Vivantes Humboldt-Klinikum ein neues Angebot für Flüchtlinge und Migranten. Die Eröffnung ist für den 1. Oktober vorgesehen. Nach Vivantes-Informationen stehen dort mehrsprachige Ärzte, Fachpersonal und Sozialarbeiter zur Verfügung. Neben Englisch und Französisch soll eine Behandlung auch in den Sprachen russisch,ukrainisch, polnisch, arabisch, serbokroatisch, griechisch, türkisch und Dari/ Farsi möglich sein.

Transkulturelle Akutsprechstunden und familienmedizinische Versorgung

Insbesondere für die akute Versorgung von Flüchtlingen will das Klinikum Allgemeinmediziner und niedergelassene Kinderärzte in das Konzept mit einbeziehen. Laut Chefarzt Prof. Dr. Peter Bräunig wird es neben transkulturellen Akutsprechstunden auch eine umfassende familienmedizinische Versorgung geben, die somatische Bereiche einbezieht. „Dabei kommt uns unsere gute Vernetzung mit Haus- und Fachärzten, Kliniken und  Institutionen im Bezirk zugute“, sagte er.

 

Nachhaltige Versorgung von Flüchtlingen und Migranten

Mit dem ZTP baut Vivantes sein psychiatrisches Angebot für Migranten weiter aus. Die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik versorgt bereits speziell Menschen mit Migrationshintergrund. Insofern sei das ZTP ein Zusatzangebot, mit der man der wachsenden Zahl an Flüchtlingen und Migranten Rechnung tragen wolle, erklärte die Vorsitzende der Vivantes-Geschäftsführung Dr. Andrea Grebe. „Das neue Angebot hilft jetzt in der aktuellen Situation“, erklärte Grebe. „Wir setzten aber ganz bewusst auch langfristig auf eine nachhaltige Strategie zur Versorgung von Flüchtlingen und Migranten in unserer wachsenden Stadt.“

Die Bundespsychotherapeutenkammer hatte zuletzt eine bessere therapeutische Versorgung von Flüchtlingen angemahnt. Etwa jeder zweite Flüchtling sei aufgrund von Flucht und Trauma psychisch erkrankt. 

Foto: Vivantes

Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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