. Bilanz des Klinikkonzerns

Vivantes will beim Personal sparen

Schwarze Zahlen schreibt der Klinikkonzern Vivantes. Einen Überschuss von knapp 8 Millionen Euro erzielte er 2014. In diesem und in den nächsten Jahren will sich Vivantes vor allem um die Senkung der Personalkosten kümmern.
Zufrieden mit dem Jahr 2014 waren Andrea Grebe und Eibo Krahmer von der Vivantes-Führung.

Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung, und Dr. Eibo Krahmer, neuer Geschäftsführer Finanzmanagement, bei der Bilanzpressekonferenz.

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Unternehmen in kommunaler Trägerschaft ein positives Jahresergebnis ausweist“, sagte Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Geschäftsführung, auf der Bilanzpressekonferenz. Ein Jahresergebnis von 7,9 Millionen Euro legt Vivantes für 2014 vor. Zum ersten Mal konnte der Konzern die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro knacken. Mit 1,028 Milliarden Euro lag der Umsatz 2014 um 9,2 Prozent höher als 2013. Die Umsatzrendite betrug 0,8 Prozent.

Als eine Hauptaufgabe, die Vivantes in Zukunft bewältigen will, bezeichnete Grebe die Senkung der Personalkosten. 720 Millionen Euro schlugen dafür im vergangenen Jahr zu Buche, 10,6 Prozent mehr als 2013. Diese Steigerung ist unter anderem auf Neueinstellungen zurückzuführen, aber auch darauf, dass Vivantes Anfang 2014 wieder zur vollen Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) zurückkehrte und es zudem Tarifsteigerungen gab. 

Vivantes: Kosten fürs Personal zu hoch

Der Klinikkonzern trägt damit eine Personalkostenquote von knapp 70 Prozent. Sie soll verringert werden, zunächst auf 67, dann möglichst auf 65 Prozent. Einsparungen will Vivantes in „patientenferneren Bereichen“ erreichen, indem neue Mitarbeiter nicht mehr nach TVöD, sondern nach anderen Tarifen bezahlt werden. 

56 Millionen Euro hat der Konzern im vergangenen Jahr investiert, 37 Millionen Euro stammten dabei aus Eigenmitteln, 19 Millionen Euro trug das Land Berlin.  2015 liegen die Hoffnungen von Vivantes vor allem auf dem Fonds „Sondervermögen Infrastruktur wachsende Stadt“: Aus ihm könnten gut 40 Millionen Euro in die Konzernkassen fließen. Ob Vivantes wirklich so viele Fördermittel zusätzlich zu den üblichen 11 bis 13 Millionen Euro von Berlin bekommt, entscheidet demnächst der Senat. 

Investitionen an mehreren Standorten

Welche Projekte mit dem Geld aus dem Sondervermögen vorangetrieben werden könnten, hat der Konzern dem Senat mitgeteilt. Geplant ist, die Op-Kapazitäten an den Kliniken Humboldt und Am Urban zu erweitern, am Humboldt-Klinikum und in Neukölln Sterilisationseinheiten zu erneuern und am Auguste-Viktoria-Krankenhaus zur Stärkung der Versorgung im Südwesten der Stadt Baumaßnahmen voranzutreiben. 

Grebe kündigte zudem an, dass der Aufsichtsrat einen neuen Personalvorstand berufen hat. Annett Klingsporn, bisher bei einer Tochter der Deutschen Bahn, wird dieses Amt demnächst bei Vivantes bekleiden.

Foto: Frisch

Autor: Julia Frisch
Hauptkategorie: Berlin

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