. Suchtmedizin

Vivantes eröffnet Suchtzentrum für Jugendliche

Ein erheblicher Anteil Jugendlicher in Berlin konsumiert Drogen. In Berlin-Friedrichshain gibt es nun eine neue suchtmedizinische Anlaufstelle: Am Mittwoch wurde das Vivantes Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen des Kindes- und Jugendalters eröffnet.
Wege aus der Sucht: Am Vivantes Klinikum Friedrichshain finden Jugendliche umfassende Hilfe

Wege aus der Sucht: Am Vivantes Klinikum Friedrichshain finden Jugendliche umfassende Hilfe

Drogen wie Cannabis, Marihuana oder synthetische Drogen sind unter Berlins Jugendlichen weit verbreitet. Der Konsum kann zu langfristigen psychischen Störungen, wie auch zu sozialen Problemen führen. Das neue Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen des Kindes- und Jugendalters von Vivantes bietet Kindern und Jugendlichen umfassende Hilfe. Am Mittwoch wurde das Zentrum in Berlin Friedrichshain offiziell eröffnet. Es kombiniert suchtmedizinische Strukturen mit spezifischen Suchtangeboten der Jugendhilfe. Das Angebot reicht vom ersten Kontakt in der Jugendhilfe über Diagnose und Entzug bis hin zur Reintegration.

Jugendliche mit Suchtproblemen oft schwer erreichbar

Ziel sei es, Kinder und Jugendlichen ein Leben ohne Drogen zu ermöglichen, meinte der Vivantes Psychiater Professor Michael Kölch. Gleichzeitig räumte er ein, dass Jugendliche von Lehrern, Eltern oder Ärzten in dieser Phase schwer zu erreichen sind. „Umso wichtiger ist es, dass es eng aufeinander abgestimmte Hilfsangebote gibt", sagte Kölch mit Blick auf die integrierte Jugendhilfe. Dem Experten zufolge können psychische Erkrankungen sowohl Ursache, wie Folge des Drogenkonsums sein. „Die Langzeitfolgen können schwerwiegend sein, auch weil sich das Gehirn noch entwickelt“, sagte er. Von Cannabis ist beispielsweise bekannt, dass es zu Schizophrenien führen kann. Deswegen steht an dem Zentrum auch umfassende therapeutische und psychiatrische Hilfe bereit.

 

Drogen begünstigen den sozialen Abstieg

"Drogenmissbrauch und -abhängigkeit sind für Heranwachsende ein großes Risiko“, sagte Berlins Drogenbeauftragte Christine Köhler-Azara. Dies führe häufig dazu, dass Jugendliche in der Schule scheiterten und sozial ins Abseits gerieten. „Ich freue mich sehr, dass mit dem Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen des Kindes- und Jugendalters Berlin ein überbezirkliches Angebot für diese Zielgruppe geschaffen werden konnte“, erklärte Köhler-Azara.

Vivantes kooperiert dabei eng mit der Hilfseinrichtung DRUGSTOP des KARUNA - Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not International e.V. Dessen Geschäftsführer Jörg Richter sieht in dem neuen Zentrum einen wichtigen Schritt, Kindern und Jugendlichen ein eigenverantwortliches und gesundes Leben ohne Drogen zu ermöglichen. „Das niedrigschwellige Angebot wird ihnen und ihren Familien dabei helfen“, so Richter.

Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com

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