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23.02.2017, aktualisiert: 20.11.2017

Vitamin D verhindert Erkältungskrankheiten

Über die vorbeugende Wirkung von Vitamin D wird schon länger diskutiert. Eine Meta-Studie fand keinen Effekt bei Leiden wie Diabetes oder Krebs. Das Vitamin könnte aber Erkältungskrankheiten verhindern und Asthmatikern helfen.
Schnupfen

Vitamin D könnte Erkältungen vorbeugen

Vitamin D gilt als Basistherapie bei Osteoporose und anderen Knochenerkrankungen. In den letzten Jahren tauchten vermehrt Hinweise auf, dass Vitamin D auch bei der Prävention anderer Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes Typ 2 oder Depressionen helfen könnte. Im Fachmagazin Lancet erschien jetzt eine umfangreiche Meta-Analyse, die den Effekt der Vitamin-D-Gabe auf diese nicht-skelettalen Krankheiten untersuchte. Das berichtet Prof. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.

Ergebnis: 10 - 20 Mikrogramm (400 - 800 IE) Vitamin D am Tag senkten geringfügig die Gesamtmortalität und die Sterblichkeit bei Krebs - nicht aber dessen Auftreten - bei Menschen mittleren und höheren Lebensalters. Auf die untersuchten Erkrankungen hatte das Vitamin aber keinen Effekt. Neu sind indes Hinweise, dass Vitamin D vor Infektionen der oberen Atemwege, also Erkältungen, schützen könnte.

Vitamin D verhindert Erkältungskrankheiten

Die bislang größte Meta-Analyse zu Vitamin D und Erkältungskrankheiten unternahm jetzt eine internationale Forschergruppe. Sie legten die einzelnen Teilnehmerdaten zugrunde, was als "Goldstandard" solch einer systematischen Überprüfung gilt. Das Team verwendete Daten aus 25 randomisierten kontrollierten Studien, an denen 11.321 Probanden teilnahmen.

Sie fanden heraus, dass die Vitamin-D-Supplemention den Anteil von Personen mit mindestens einer akuten Atemwegsinfektion um 12 Prozent verringerte. Anders ausgedrückt: Wenn 33 Menschen Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, wurde eine Erkältungskrankheit verhindert.

 

Vitamin D täglich oder wöchentlich

Der positive Effekt war bei den Teilnehmern zu beobachten, die Vitamin D täglich oder wöchentlich einnahmen. Wer es einmal im Monat in einer hohen Dosis konsumierte, hatte keinen Nutzen. Die Wirkung war auch stärker bei Personen mit einem schweren Vitamin-D-Mangel: Hier profitierte einer von vier Probanden.

Das Team kam zu dem Schluss, dass die Vitamin D-Gabe eine probate, kostengünstige und sichere Möglichkeit sei, Erkältungskrankheiten vorzubeugen, Nebenwirkungen waren nicht zu beobachten.

Vitamin D könnte Asthma-Patienten helfen

Derzeit wird in der deutschen EVITA-Studie an elf Standorten untersucht, ob das Vitamin die Häufigkeit von Asthma-Exazerbationen verringern könnte. Eine vorangegangene Cochrane-Analyse hatte ergeben, das bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma unter Vitamin D die Zahl schwerer Asthmaanfälle sank, ebenso deshalb nötige Krankenhausaufenthalte. Es verbesserten sich jedoch weder die Lungenfunktion noch die alltäglichen Asthmasymptome. Die Studienlage sei indes noch nicht eindeutig genug, um eine Vitamin-D-Gabe generell zu empfehlen, meint der Rostocker Pneumologe Marek Lommatzsch.

Vitamin D ist Standard-Prophylaxe bei Neugeborenen

Unumstritten ist der Einsatz von Vitamin D als Standard-Vorsorge für Säuglinge, es soll sie vor der Mangelerkrankung Rachitis schützen. Neugeborene erhalten täglich 400 bis 500 I.E. Vitamin D3 - und zwar bis zum zweiten erlebten Sommer. Das heißt, im Sommer geborene Kinder nehmen ein Jahr lang das Vitamin ein, bei im Winter geborenen sind es 1,5 Jahre. Bei Frühgeborenen ist die Dosis höher. Sie erhalten täglich 800 bis 1000 I.E..

Es gibt das Vitamin in Tabletten- oder Tropfen-Form. Kinderärzte raten eher zu Tabletten, da es passieren kann, dass die Eltern aus Versehen zwei statt einem Tropfen geben. Bei Überdosen reichert sich das Vitamin allmählich im Körper an und schadet dann sogar der Gesundheit.

Foto: detailblick-foto/Fotolia.com

Autor: bab
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