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Vitamin D- und B12-Mangel: IQWiG sieht keinen Nutzen im Screening

Dienstag, 16. November 2021 – Autor:
Gerade ältere Menschen leiden häufig unter einem Vitamin-D und Vitamin-B12 Mangel. Ob ein eine regelmäßiger Vitamin-Check sinnvoll wäre, lässt das IQWiG gerade prüfen. Nach vorläufigen Ergebnissen sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen keinen Nutzen in einem Screening.
Kassenpatienten müssen einen Vitamin-D-Test selbst bezahlen. Dabei ist das Sonnenvitamin für die Knochen und das Immunsystem wichtig

Kassenpatienten müssen einen Vitamin-D-Test selbst bezahlen. Dabei ist das Sonnenvitamin für die Knochen und das Immunsystem wichtig – Foto: © Adobe Stock/ jarun011

Vitamin D und Vitamin B12 sind wichtig für die Gesundheit. Ersteres stärkt die Knochen und das Immunsystem, letzteres ist unter anderem für die Nerven und die Blutbildung wichtig. Gerade ältere Menschen haben häufig einen Vitamin-D und Vitamin-B12 Mangel, auch wenn sie noch keine entsprechenden Symptome haben.

Studienlage gesichtet

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit IQWiG geht nun - auf Anregung von Bürgern hin - der Frage nach, ob ein regelmäßiges Screening auf diese beiden Vitamine der Gruppe Ü 50 gesundheitliche Vorteile bringt. Dafür untersuchen externe Wissenschaftler die vorhandene Studienlage.

 

Ernüchternde Ergebnisse

Das vorläufigesErgebnis wurde vergangene Woche veröffentlicht: Die beauftragten Wissenschaftler hätten keine Evidenz dafür gefunden, „dass Personen ab 50 Jahren von einer regelmäßigen Bestimmung der Vitamin-D und Vitamin-B12-Werte im Blut und nachfolgender Vitaminsubstitution im Falle eines symptomlosen Mangels profitieren“, schreibt das IQWiG in einer Mitteilung.

Für den HTA-Bericht (Health Technology Assessment) hatten die Wissenschaftler 33 Studien zu Vitamin D und nur 2 zu Vitamin B 12 ausgewertet. Letztlich zeigt die Untersuchung aber nur das, was die untersuchten Studien hergeben.

Das IQWiG bittet darum nun alle interessierten Personen, Institutionen und Fachgesellschaften eine Stellungnahme zum HTA-Bericht abzugeben. Die schriftlichen Stellungnahmen würden geprüft, heißt es, "und könnten zu Änderungen und/oder Ergänzungen des vorläufigen HTA-Berichts führen."

 

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