, aktualisiert: 
. Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-D-Überdosierung: Welche Folgen kann sie haben?

Vitamin D ist als Nahrungsergänzungsmittel ausgesprochen beliebt. Viele Menschen sind zudem der Überzeugung, dass es nicht überdosiert werden kann. Doch das stimmt nicht. Eine Vitamin-D-Überdosis kann sogar schwerwiegende Folgen haben.
Vitamin D, Überdosierung, Vitamin-D-Überdosierung

Vitamin D kann man nicht überdosieren? Doch, sagen Experten. Allerdings sind die Fälle relativ selten.

Vitamin D ist wichtig für Knochen, Muskeln und Immunsystem. Ein Mangel kann vielfältige Folgen für die Gesundheit haben. Studien zufolge drohen bei Vitamin-D-Mangel Osteoporose sowie eine Schwächung des Immunsystems. Auch ein Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und einem Vitamin-D-Mangel konnte mittlerweile hergestellt werden. Um Erkrankungen vorzubeugen, greifen daher viele Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D. Doch wird zu viel des Vitamins aufgenommen, kann das gesundheitsschädlich sein.

Allerdings droht eine Überdosierung in der Regel nur bei exzessiver Einnahme von Vitamin-D-Präparaten. Folgen einer solchen Vitamin-D-Überdosierung können dann die Bildung von Nierensteinen oder eine Nierenverkalkung sein. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Im Extremfall kann eine Überdosis sogar tödlich sein. 

Kanadier nahm täglich bis zu 12.000 IE Vitamin D ein

Bekannt wurde beispielsweise der Fall eines 54-jährigen Kanadiers, dessen Krankheitsverlauf im Fachmagazin „Canadian Medical Association Journal (CMAJ)“ veröffentlicht wurde. Der Mann hatte in seinem Urlaub in Südostasien täglich über sechs bis acht Stunden in der Sonne gelegen – und das über zwei Wochen lang. Wieder zu Hause stellte sein Hausarzt Nierenprobleme und erhöhte Kreatininwerte fest. Er vermutete zunächst, dass ein starker Flüssigkeitsverlust die Ursache für die Nierenprobleme sein könnte.

Als sich die Nierenwerte über Wochen nicht besserten, erkannten Ärzte in einer Spezialklinik, dass das Blut des Patienten auch zu viel Kalzium enthielt. Schließlich erklärte der Patient, dass ein Naturheilkundler ihm hohe Dosen von Vitamin D verordnet hatte. Zusätzlich zu diesem Mittel nahm der Kanadier noch ein anderes Präparat ein, das Vitamin D enthielt. Täglich kam er so auf 8.000 bis 12.000 IE Vitamin D – und das über zweieinhalb Jahre. Ein Vitamin-D-Mangel war zuvor bei ihm nie festgestellt worden.

 

4.000 IE Vitamin D pro Tag gelten als Höchstgrenze

In der Regel genügt die Einnahme von 800 IE pro Tag – und auch das ist nur notwendig, wenn der Körper selbst nicht genug Vitamin D produziert. Als sichere Obergrenze gelten 4.000 IE pro Tag für Heranwachsende und Erwachsene, so die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ).

Hohe Dosierungen von Vitamin D sollten grundsätzlich nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, betont die Arzneimittelkommission. Ab einer Tagesdosis von mehr als 1.000 IE sind Präparate mit Vitamin D in Deutschland verschreibungspflichtig. „Wegen der Risiken raten wir davon ab, eigenständig hochdosierte Vitamin-D-Präparate einzunehmen“, warnt die AkdÄ.

Sonneneinstrahlung führt zur körpereigenen Vitamin-D-Produktion

Den Großteil seines Vitamin D-Bedarfs produziert der menschliche Körper in der Regel in der Haut, und zwar mit Hilfe von Sonneneinstrahlung. Eine Vitamin-D-Überdosierung durch zu langen Aufenthalt in der Sonne ist nicht möglich, da der Körper die Produktion des Vitamins selbst reguliert. Allerdings bringt eine intensive UV-Strahlung andere gesundheitliche Gefahren wie Hautkrebs mit sich.

Eine weitere Quelle für Vitamin D sind bestimmte Nahrungsmittel, wie beispielsweise fettreicher Fisch, Leber, Eier, Pilze, Haferflocken oder Milchprodukte. Auch durch die Nahrungsaufnahme ist eine Überdosierung nicht möglich, da die Konzentration von Vitamin D hier zu gering ist.

Vitamin K zusammen mit Vitamin D einnehmen?

Ob zur Einnahme von Vitamin D immer auch Vitamin K ergänzt werden soll, darüber sind sich Experten noch nicht ganz einig. Vitamin K trägt wesentlich dazu bei, dass Kalzium in die Knochen eingebaut werden kann. Eine Supplementation halten viele Mediziner dennoch nicht für notwendig, weil in der Regel vermutlich genügend Vitamin K durch die Nahrung aufgenommen wird.

Dennoch mehren sich die Hinweise, dass eine zusätzliche Gabe von Vitamin K die Wirkung von Vitamin D verbesseren kann. In Japan gehören Vitamin-K-Präparate daher schon zu den am häufigsten verschriebenen Mitteln bei Osteoporose.

Foto: © Photocreo Bednarek - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Nahrungsergänzungsmittel , Vitamin D
 

Weitere Nachrichten zum Thema Vitamin D

| Damit sich ihre Knochen richtig entwickeln, benötigen Babys und Kleinkinder Vitamin D. Sonneneinstrahlung und Nahrung reichen jedoch nicht aus, damit sie ausreichend versorgt sind. Fachgesellschaften empfehlen daher, in den ersten 12 bis 18 Monaten täglich 10 µg Vitamin D zuzuführen.
| Trotz Kontaktverbot kann man in diesen Tagen etwas für seinen Vitamin-D-Spiegel tun. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Zugleich warnt das Bundesernährungsministerium vor Nahrungsergänzungsmitteln, die gegen eine Infektion mit dem Coronavirus helfen sollen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Aufgrund der Corona-Pandemie nutzen viele Reisende für die Fahrt in den Urlaub das Auto. Das CRM Centrum für Reisemedizin gibt Tipps, was sich gegen die Reisekrankheit tun lässt.
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.