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Vitamin D nützlich bei multiresistenter Tuberkulose?

Sonntag, 10. Februar 2019 – Autor:
Multiresistente Tuberkulose ist weltweit auf dem Vormarsch und schwer behandelbar. Forscher aus London konnten nun zeigen, dass betroffene Patienten schneller gesund werden, wenn sie zusätzlich Vitamin D bekommen. Das Immunsystem wird offenbar durch das Sonnenvitamin massiv gestärkt.
Multiresistente Tuberkulos, Vitamin D

Multiresistente Tuberkulose macht Ärzten große Sorgen. Vitamin D kann offenbar die antibiotische Behandlung unterstützen – Foto: ©utah778 - stock.adobe.com

Adrian Martineau ist Infektionsforscher und Immunologe an der Queen Mary University of London. In zahlreichen Forschungsarbeiten konnte er den Nutzen von Vitamin D für das Immunsystem zeigen, etwa bei Lungenentzündungen und COPD. In einer neuen Arbeit geht es nun um eine tickende Zeitbombe: multiresistente Tuberkulose (MDR-TB). Sie ist deutlich schlechter zu behandeln als die herkömmliche Tuberkulose (TBC), da die verursachenden Bakterien gegen mindestens zwei der wirksamsten Medikamente resistent sind. Laut WHO steigt die Zahl der Erkrankten stetig an.

Vitamin D unterstützt das Immunsystem bei der Infektionsabwehr

Weil Martineau um die Wirksamkeit von Vitamin D bei Infektionskrankheiten weiß, hat er nun den Effekt bei Multiresistenter TBC untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Vitamin D die Beseitigung von Tuberkulose-Bakterien aus den Lungen von Patienten mit einer multiresistenten TBC beschleunigen kann.

„Durch das Hinzufügen von Vitamin D zur Behandlung mit Antibiotika kann das Immunsystem gestärkt und damit der Körper dabei unterstützt werden, die Krankheitserreger abzuwehren“, sagt Martineau, dessen Arbeit in "European Respiratory Journal" veröffentlicht wurde.

 

Vor allem Patienten mit multiresistenter Tuberkulose profitieren

Für die aktuelle Studie wurden die Daten von 1.850 Patienten ausgewertet, die an klinischen Studien in acht Ländern teilgenommen hatte, darunter Großbritannien, Pakistan, Bangladesch und Indien. Eine Subgruppenanalyse zeigte, dass vor allem Patienten mit multiresistenten TBC von der zusätzlichen Gabe von Vitamin D profitierten.

Bisherige Studien hatten zu widersprüchliche Ergebnissen geführt. Martineau will auch noch keine Behandlungsempfehlung geben, da die Studie sehr klein gewesen sei. Allerdings sieht er durch die Studie Hinweise auf einen Benefit durch Vitamin-D bei multiresistenter Tuberkulose gegeben, denen nun durch neue klinische Studien nachgegangen werden sollte.

Tödlichste Infektionskrankheit der Welt

Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. Im Jahr 2016 waren 1,7 Millionen Menschen daran gestorben, keine andere übertragbare Krankheit fordert so viele Todesopfer. Über 10 Millionen Menschen haben sich neu damit infiziert. Die WHO schätzt, dass im Jahr 2017 rund 600.000 neue Fälle resistent gegen Rifampicin waren, darunter 490.000 MDR-TB-Fälle. Rifampicin ist die effektivste First-line-Therapie. Ein Viertel der MDR-TB Kranken stirbt an der Infektion.

© utah778 - Fotolia.com

Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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