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Vitamin-D-Mythen auf dem Prüfstand

Kann ein Vitamin-D-Mangel zu Erkrankungen führen beziehungsweise die Einnahme des Vitamins die Gesundheit verbessern? Kanadische Forscher befragten zehn Vitamin-D-Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt.
Vitamin D kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden

Nützt die Einnahme von Vitamin D?

In den letzten zehn Jahren beschäftigten sich 1.600 Untersuchungen mit den Folgen eines Vitamin-D-Mangels und dem Effekt einer zusätzlichen Vitamin-D-Gabe. Fazit der Forscher nach Auswertung der stichhaltigsten Studien: Vitamin D ist kein Allheilmittel.

Vitamin D verhindert Stürze?

Die Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel kann die Anzahl von Stürzen bei älteren Menschen verringern. Es könnte auch die Anzahl der Stürzenden verringern, die Studienlage ist da nicht eindeutig.

 

Vitamin D beugt Frakturen vor?

Vitamin D kann die Zahl von Knochenbrüchen, insbesondere Hüftfrakturen, veringern, wenn es in moderaten Dosen (≥800 IU/Tag) zusammen mit Kalzium in niedrigerer Dosis (etwa 500 mg/Tag) gegeben wird. Das Risiko sinkt dann um 10 bis 15 Prozent.

Vitamin D kann Erkältung verhindern?

Infektionen der oberen Atemwege können durch Vitamin D nicht verhindert werden, zumindest nicht in den westlichen Nationen. In den Entwicklungsländern kann es einen einen gewissen Nutzen bei Kindern mit schwerem Vitamin-D-Mangel haben.

Vitamin D verbessert das psychische Wohlbefinden?

Eine Vitamin-D-Supplementierung verbessert nicht das psychische Wohlbefinden in der Allgemein-Bevölkerung. Auch bei Patienten mit Depressionen, die öfter einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel aufweisen, hat die Gabe keinen nachweislichen Effekt.

Vitamin D lindert rheumatoide Arthritis?

Es gibt keine zuverlässigen Beweise dafür, dass die Vitamin-D-Supplementierung der Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis vorbeugen oder sie lindern könnte.

Vitamin D hat Einfluss auf MS?

Die Vitamin-D-Gabe scheint keinen klinischen Nutzen bei der Behandlung von Multiple Sklerose (MS) zu haben.

Vitamin D senkt das Sterblichkeitsrisiko?

Eindeutige Nachweise für eine Reduktion des Sterblichkeitsrisikos durch Vitamin D gibt es nicht. Wenn es so wäre, läge es bei höchstens 5 Prozent.

Vitamin D senkt das Krebsrisiko?

Die Vitamin-D-Gabe kann das Auftreten einer Krebserkrankung nicht verhindern. Auch das Risiko, an Krebs zu sterben, wird durch das Vitamin nicht gesenkt.

Vitamin D: Viel hilft viel?

Hohe Dosen Vitamin D könnten das Risiko von Stürzen und Knochenbrüchen eher noch erhöhen. Auch die Gabe eine großen Einzeldosis (≥300,000 IU) wird nicht empfohlen.

Vitamin-D-Spiegel sollte regelmäßig getestet werden

Liegt der Vitamin-D-Spiegel bei mindestens 50 nmol/l, ist der Wert normal. Den Wert  routinemäßig zu überprüfen, ist außer bei einer bestimmten Schilddrüsenerkrankung nicht nötig. Das Vitamin kann als Nahrungsergänzungsmittel auch ohne Test eingenommen werden.

Foto: gustavofrazao

Hauptkategorie: Medizin
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