Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
21.11.2019

Vitamin-D-Mangel verschlechtert Prognose bei Hodgkin-Lymphom

Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom leiden häufig an einem Vitamin-D-Mangel, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Der Mangel verschlechterte die Prognose und ihre Überlebenschancen.
vitamin d, sonnenvitamin, vitamin-d-mangel

Die Heilungschancen beim Hodgkin-Lymphom verschlechtern sich, wenn der Patient an Vitamin-D-Mangel leidet

sven helbig konzert

Patienten mit einem Hodgkin-Lymphom leiden häufig an einem Vitamin-D-Mangel, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universitätsklinik Köln. Wie in der Gesamtbevölkerung tritt der Mangel im Winter häufiger auf als im Sommer. Auffällig war, dass dieser die Prognose verschlechterte.

Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel wiesen ein deutlich verringertes progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben auf. Dieser Effekt zeigte sich unabhängig von anderen relevanten Faktoren wie beispielsweise dem Stadium der Erkrankung oder auch der Art der Behandlung. 

Vitamin D wichtig für das Immunsystem

Der Vitamin-D-Stoffwechsel spielt eine bedeutende Rolle im Immunsystem unseres Körpers. Da Hodgkin-Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) im Zusammenspiel mit dem Immunsystem entstehen und Studien zu anderen Lymphom-Erkrankungen bereits Hinweise darauf gaben, forschten die Wissenschaftler nun nach einem möglichen Zusammenhang.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal Journal of Clinical Oncology veröffentlicht. Das Team um Dr. Sven Borchmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik I für Innere Medizin, untersuchten in der Studie insgesamt 351 Patienten.

 

Vitamin-D-Mangel verschlechtert Prognose bei Hodgkin-Lymphom

Bei 175 Patienten, also der Hälfte der Untersuchten, lag ein Vitamin-D-Mangel vor. Patienten mit einem Fortschreiten der Erkrankung oder einem Rückfall wiesen signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel auf, als Patienten ohne Rückfall (21,4 zu 35,5 nmol/l).

Sie hatten zudem häufiger einen Vitamin-D-Mangel (68  Prozent zu 41 Prozent). Diesen Effekt beobachteten die Wissenschaftler konstant über alle Krankheitsstadien hinweg. Vitamin-D-Mangel verschlechtert also Prognose beim Hodgkin-Lymphom.

Kann Vitamin D die Behandlung unterstützen?

Die Beobachtungszeit betrug 13 Jahre. Nach zehn Jahren überlebten 81,8 Prozent der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel progressionsfrei, Patienten mit Vitamin-D-Mangel jedoch nur zu 64,2 Prozent. Hinsichtlich des Gesamtüberlebens lebten nach zehn Jahren noch 87,2 Prozent der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel, von den Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel jedoch nur 76,1 Prozent.

In Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Roland Ullrich, Klinik I für Innere Medizin, wurde in verschiedenen Modellsystemen im Labor untersucht, inwieweit Vitamin-D die Behandlung des Hodgkin-Lymphoms mit heutigen Standard-Chemotherapien unterstützen kann.

Vitamin D macht Chemotherapie wirksamer

Dabei stellte sich heraus, dass die üblicherweise verabreichten Chemotherapeutika in Kombination mit Vitamin-D besser wirken. Wie genau dies passiert, ist aktuell Gegenstand weiterer Untersuchungen.

Aus den Studienergebnissen lasse sich nicht direkt schlussfolgern, dass eine Korrektur des Vitamin-D Mangels auch zu einem besseren Therapieergebnis von Patienten mit Hodgkin-Lymphom führen wird. Dazu bedarf es weiterer Studien, die genau solch eine Intervention testen, erklärten die Forscher in einer Pressemitteilung.

Foto: publicdomainpictures/pixabay

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Vitamin D

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Ältere Menschen scheint die Covid-Impfung nicht vollständig vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Das zeigen wiederholte Ausbrüche in Pflegeheimen. Wissenschaftler der Charité haben nun einen Ausbruch näher untersucht – und kommen zu interessanten Ergebnissen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen haben mit ihrem Engagement unter Krisenbedingungen maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit gekommen ist. Aber die Krise hat auch Spuren hinterlassen. Was muss sich tun, damit diese tragende Säule der Demokratie auch nach der Pandemie stark bleibt? Das diskutierten Experten und Politiker auf einer Fachtagung von Gesundheitsstadt Berlin und Paritätischem Wohlfahrtsverband.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin