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Vitamin B12 Mangel beschleunigt Alzheimer-Demenz

Montag, 18. März 2019 – Autor:
Gedächtnisstörungen können eine Folge von Vitamin B 12 Mangel sein. Auch bei Alzheimerpatienten, die mit Cholinesterase-Hemmern behandelt werden, wurde jetzt ein Zusammenhang zwischen dem B Vitamin und der Denkleistung festgestellt. Fehlt das Vitamin geht der Gedächtnisabbau deutlich schneller.
Demenz, Vitamin B 12

Studie: Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 trägt auch während einer Alzheimerbehandlung mit Cholinesterase-Hemmern wesentlich zum Gedächtnisabbau bei – Foto: ©bilderstoeckchen - stock.adobe.com

Cholinesterase-Hemmer sollen den Abbau der Denkleistung von Alzheimerpatienten verlangsamen. Unabhängig davon weiß man, dass fehlendes Vitamin B das Gedächtnis verschlechtern kann. Eine Studie hat nun die Rolle von Vitamin B 12 bei Alzheimerpatienten untersucht. Denn bislang war unklar, ob ein Vitamin B12 Mangel auch bei bereits mit Cholinesterase-Hemmern behandelten Alzheimerpatienten das Fortschreiten der Erkrankung fördert bzw. ob ein guter Vitamin B Status sich eher günstig auf den Gedächtnisabbau auswirkt.

Gedächtnisabbau korreliert mit der Menge an Vitamin B 12 im Blut

In die Studie wurden 165 Patienten aus Taiwan mit milder bis moderater Alzheimerdemenz eingeschlossen, die zwischen 2009 und 2016 über mindestens zwei Jahre mit Cholinesterase-Hemmern behandelt wurden. Vor der Behandlung wurde der Vitamin B12 Status im Blut der Patienten bestimmt. Die Denkleistung wurde zu Beginn und im Verlauf der Behandlung mit Tests wie dem Mini-Mentalstatus-Test (MMST), und dem CASI Denkleistungs-test gemessen. Ein mathematisches Verfahren setzte dann die Denkleistung mit der jeweiligen Menge an Vitamin B12 in Verbindung.

Dabei zeigte sich, dass die Unterversorgung mit Vitamin B12 auch während einer Alzheimerbehandlung mit Cholinesterase-Hemmern wesentlich zum Abbau der Denkleistung beitrug. So sank die Denkleistung bei den Patienten, die einen Vitamin B 12 Mangel hatten, im MMST-Test pro Jahr um 1,42 Punkte, während die Denkleistung bei Patienten mit einer guten Vitamin B 12 Versorgung jährlich nur um 0,78 abnahm. Auch die anderen Tests zeigten, einen deutlich schnelleren Gedächtnisabbau bei den mangelversorgten Patienten. Selbst wenn andere Faktoren wie Alter, Bluthochdruck, vorausgegangener Schlaganfall, Diabetes usw. herausgerechnet wurden, schien der Vitamin B12-Wert verantwortlich für die Geschwindigkeit des Abbaus der Denkleistung zu sein.

 

Werte überprüfen

Die Autoren raten deshalb, den Vitamin B Status bei Alzheimer und Demenzpatienten zu prüfen. In Folgestudien soll geklärt werden, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 den Gedächtnisabbau entschleunigen kann.

Vitamin B ist wichtig für die Blutbildung und die Nerven. Ein Mangel an Vitamin B 12 macht unterschiedliche Symptome von Müdigkeit über Muskelschwäche bis hin zu Nervenstörungen. Es können auch Kopfschmerzen, Depressionen, Verwirrtheit und eben auch Konzentrations- und Denkstörungen auftreten.

Ältere Menschen für Vitamin B 12 Mangel gefährdet

Vitamin B 12 ist ein Vitamin, das über die Nahrung zugeführt werden muss. Es steckt vor allem in rotem Fleisch. Gefährdet sind daher vor allem Vegetarier und Veganer, aber auch ältere Menschen können zugeführte Vitamine nicht mehr so gut verwerten und es kann zu einem Vitamin B Mangel kommen. Ein solches Defizit ist leicht über einen Bluttest zu diagnostizieren. Stellt der Arzt dann einen Vitamin B Mangel fest, kann dieser über ein Nahrungsergänzungsmittel oder Spritzen ausgeglichen werden. Die Werte sollten aber kontrolliert werden, da eine Überdosierung von Vitamin B12 zu Nebenwirkungen führen kann.

Die Studie “Suboptimal Baseline Serum Vitamin B12 Is Associated With Cognitive Decline in People With Alzheimer’s Disease Undergoing Cholinesterase Inhibitor Treatment” wurde 2018  in “Frontiers in Neurology” veröffentlicht

Foto:  © bilderstoeckchen - Fotolia.com

Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
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