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02.03.2017

Virologe Drosten wechselt an die Charité

Prof. Christian Drosten hat am 1. März die Leitung des Instituts für Virologie an der Charité übernommen. Jetzt will der bekannte Virologe von Berlin aus das Land besser auf Epidemien vorbereiten.
Der neue Leiter des Instituts für Virologie an der Charité Prof. Dr. Christian Drosten: Wollen Epidemien erkennen, bevor sie ausbrechen

Der neue Leiter des Instituts für Virologie an der Charité Prof. Dr. Christian Drosten: Wollen Epidemien erkennen, bevor sie ausbrechen

Seit Mittwoch leitet Prof. Christian Drosten das Institut für Virologie an der Charité. Der Posten ist mit einer Professur für Virologie an der Charité sowie der Leitung des Fachbereiches Virologie bei der Labor Berlin GmbH verbunden. Christian Drosten kommt vom Universitätsklinikum Bonn, wo er im Jahr 2007 das Institut für Virologie aufgebaut und bis dato als Gründungsdirektor geleitet hat.

Für Berlin ist der Wechsel eine Chance, sich weiter im Bereich der Virusforschung und laborbasierten Epidemiologie zu profilieren. Umgekehrt findet Forscher Drosten ein denkbar günstiges Forschungsumfeld vor: Das Robert Koch-Institut sitzt hier, mehrere Fachbereiche der Freien Universität Berlin und weitere Einrichtungen wie das Institut für Zoo- und Wildtierforschung gehören dazu. Und natürlich die Charité und das von ihr gemeinsam mit dem Vivantes-Konzern betriebene Labor Berlin.

Mit Labordaten Krankheitsausbrüche verhindern

Der Prodekan für Forschung an der Charité Prof. Dr. Christian Hagemeier freut sich, einen ausgewiesen Experten auf dem Gebiet der Epidemieforschung und herausragenden Virologen gewonnen zu haben. „Es gehört zu den Zukunftsaufgaben von Universitätsklinika, in Kooperation mit universitäreren und außeruniversitären Forschungseinrichtungen Konzepte zu entwickeln, um Krankheitsausbrüche und Epidemien zu verhindern“, sagte er.

Drosten will seinerseits die bestehenden Potenziale zusammenführen, um besser auf Epidemien oder Pandemien vorbereitet zu sein. Um das Ziel, Epidemien zu erkennen, bevor sie ausbrechen, zu erreichen, sei es wichtig, die öffentlichen Labore mit neuesten Methoden aus der Grundlagenforschung auszustatten, erklärte Drosten. Die Grundlagenforschung sei heute wesentlich weiter als die bisherigen Diagnostikmethoden der Gesundheitsbehörden. „Wir sind heute in der Lage, bei Erregern, die zum Beispiel in einem Krankenhausausbruch auftauchen, mehr zu sagen als nur: Test positiv oder negativ“, erläuterte er in einem Interview mit der Charité. Der Trend ginge dahin, dass man bewerten möchte, ob ein bestimmter Erreger, der vielleicht neu aus Asien oder Afrika importiert worden ist, als gefährlich einzuschätzen sei.

 

Pandemien rücken näher

Dabei will der 45-Jährige Forscher nicht nur bekannte Erreger wie SARS, MERS oder Ebola in den Blick nehmen, sondern künftig auch neue Erreger, die wir heute noch gar nicht kennen. „Es ist unser Ziel, die Entstehung von Epidemien zu verstehen und Viren, die als Bedrohung auf uns zukommen, anhand von Labordaten zu erkennen“, beschreibt der Virologe sein langfristiges Ziel. Denn Pandemische und epidemische Ereignisse aufgrund von Virusinfektionen nähmen zu und rückten näher.

SARS-Erreger entdeckt

Christian Drosten hat in Frankfurt am Main Humanmedizin studiert und sich am Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie des DRK Hessen promoviert. Wenig später folgte die Weiterbildung zum Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Hier etablierte er ein Forschungsprogramm zur Diagnostik tropischer Viruskrankheiten und entdeckte unter anderem den SARS-Erreger.

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