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Vierfach-Impfstoff soll schwere Grippewelle verhindern

Die letzte Grippewelle verlief ausgesprochen heftig. In diesem Jahr soll es der Vierfach-Grippeimpfstoff richten. Das RKI ruft Risikogruppen zur Grippeimpfung auf.
Vierfach-Grippeimpfung

Vierfach-Grippeimpfung: Grippewelle 2018/2019 könnte glimpflicher verlaufen

Gerade hat das Robert Koch-Institut seinen Bericht zur Grippesaison 2017/2018 vorgelegt. Demnach verlief die Grippewelle so heftig wie seit Jahren nicht.

Allein in Berlin werden rund 1.100 Todesfälle in Zusammenhang mit der Grippe gebracht. Bundesweit gab es geschätzte 300.000 Erkrankte sowie neun Millionen influenzabedingte Arztbesuche, zwei Millionen mehr als in den starken Grippesaisons 2012/13 und 2014/15.

Vierfach-Impfung wird jetzt für Risikogruppen bezahlt

Ein Grund für die schwere Grippewelle war der unzureichende Schutz durch die Grippeimpfung. Die meisten Kassen zahlten nur die Dreifachimpfung, weil sie nicht verpflichtet waren, den teureren Vierfach-Impfstoff zu bezahlen. Das wurde in der aktualisierten Schutzimpfungsrichtlinie jetzt geändert: Ab sofort müssen die Kassen die Kosten für die Vierfach-Impfung übernehmen. Diese schützt nämlich auch vor Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie. Diese sind in der Dreifach-Impfung nicht enthalten, hatten aber in der letzten Grippesaison mehr als die Hälfte der Grippefälle verursacht.  

Ein weiterer Grund dürften die niedrigen Impfquoten sein. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Personen über 60, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal. Für diese Risikogruppen wird die Grippeimpfung von den Kassen erstattet.

 

Nur jede dritte Pflegekraft gegen Grippe geimpft

Nach einem Bericht des RKI waren in der Grippesaison 2016/2017 in der Ärzteschaft aber nur 61,4 Prozent geimpft und unter den Pflegekräften und Therapeuten war es nur jeder dritte. Auch von den über 60-Jährigen machten nur 34,8 Prozent von der Grippeschutzimpfung Gebrauch.

Das RKI ruft darum zur Grippeschutzimpfung aus. Die ersten Impfstoff-Chargen werden gerade an Apotheken ausgeliefert. „Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten“, sagt RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Die Schutzmöglichkeiten müssten besser genutzt werden. Zwar biete die Grippeimpfung keinen hundertprozentigen Schutz. Aufgrund der Häufigkeit der Influenza könnten mit der Impfung dennoch sehr viele Erkrankungen, schwere Verläufe und viele Todesfälle verhindert werden.

Foto: © REDPIXEL - Fotolia.com

Autor: ham
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