Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
11.09.2020

Vier Menschen in Deutschland mit West-Nil-Fieber infiziert

In Deutschland haben sich mehre Menschen mit dem West-Nil-Fieber angesteckt. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat vier Fälle bestätigt. Weitere Verdachtsfälle liegen vor.
Mücken übertragen das West-Nil-Virus auf den Menschen, inzwischen auch in Deutschland

Mücken übertragen das West-Nil-Virus auf den Menschen, inzwischen auch in Deutschland

In Deutschland haben sich nachweislich vier Menschen mit dem West-Nil-Fieber angesteckt. Den Nachweis erbrachte das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) Mitte August. Alle Betroffenen wurden im Rahmen einer Blut- oder Plasmaspende positiv getestet. Zudem gibt es weitere Verdachtsfälle.

Das West-Nil-Fieber wurde in Deutschland erstmals 2018 bei Vögeln und Pferden nachgewiesen. Im vergangen Jahr dann erstmals bei fünf Menschen in Ostdeutschland. In diesem Jahr waren im Juli die ersten Infektionen mit West-Nil-Fieber gemeldet worden, und zwar bei Vögeln. In Berlin wurde das Virus bei einer toten Blaumeise nachgewiesen. Im Bergzoo Halle (Sachsen-Anhalt) ist eine Alpendohle an der Infektion verstorben, in Bernburg (Sachsen-Anhalt) ein Uhu und im Erfurter Zoopark (Thüringen) eine Schneeeule.

Weitere Infektionen mit dem West-Nil-Virus erwartet

„Wir raten insbesondere in diesen Gebieten zu konsequentem Mückenschutz“, sagt der wissenschaftliche Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin Prof. Tomas Jelinek. Der Experte ewartet weitere Fällen in Deutschland. „Für den kommenden Herbst rechnen wir neben den nun für dieses Jahr bekannten vier Fällen noch mit weiteren Infektionen.“

West-Nil-Fieber tritt vorwiegend in den Tropen und Subtropen auf. Seit einigen Jahren breitet es sich aber auch in Nordamerika und Südosteuropa aus. Aktuell sind Spanien, Italien und Griechenland mit am stärksten betroffen.

 

Symptome ähnlich einer Grippe

Das Virus wird von nachtaktiven Mücken übertragen, in Europa hauptsächlich von den Mückenarten Culex pipiens bzw. Culenx modestus. Die Krankheit bricht drei bis sechs Tage nach dem Stich durch eine infizierte Mücke aus und äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, und Muskelschmerzen. Typisch sind angeschwollene Lymphknoten sind typische Symptome sowie Hautausschläge an Brust, Rücken und Armen. Die Krankheit kann jedoch auch zu einer zu Hirn- oder Hirnhautentzündung führen. Tödlich verläuft sie insbesondere bei älteren Menschen. Eine spezifische Therapie für West Nil-Fieber existiert bislang nicht, auch gibt es keine Impfung. Ob sich ein Patient mit West-Nil-Fieber infiziert hat, wird durch einen spezifischen Antikörpertest oder Virusnachweis diagnostiziert.

Mückenschutz das beste Gegenmittel

Das CRM empfiehlt als Mückenschutz, körperbedeckende Kleidung aus möglichst hellen, luftdurchlässigen Stoffen. Eine Imprägnierung mit einem Insektizid, beispielsweise mit Permethrin, kann die Schutzwirkung noch deutlich verstärken. Auf Freie Hautstellen sollte ein Mückenabwehrmittel mit dem Wirkstoff DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid) aufgetragen werden.

Seit den 1960er Jahren gibt es immer wieder sporadische Ausbrüche von West-Nil-Fieber in Europa. Experten vermuten, dass Zugvögel im Frühjahr das West-Nil-Virus aus den tropischen und subtropischen Endemiegebieten einschleppen und dann in Europa auf Mücken übertragen. Unter bestimmten Witterungsbedingungen können diese infizierten Mücken dann auch Menschen mit dem Virus anstecken.

Foto: © Adobe Stock/nataba

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema West-Nil-Virus

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Im Gegensatz zur Bundespolitik ist offenbar eine klare Mehrheit von Apotheken-Mitarbeitern in Deutschland für eine Legalisierung von sogenanntem Genuss-Cannabis – unter der Bedingung einer streng kontrollierten Abgabe. Das ergibt sich aus einer Studie des Berliner Marktforschungsinstituts Aposcope.


Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin