. Lebensstil

Viele Schlaganfälle wären vermeidbar

Etwa 270.000 Menschen bekommen jedes Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Die meisten dieser Vorfälle wären relativ leicht vermeidbar – das ergab eine aktuelle Studie neuseeländischer Forscher.
Schlaganfall vermeiden

Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Schlaganfälle

Nach einem Schlaganfall ist nichts mehr wie vorher. Knapp 36 Prozent der Patienten werden nach einem Schlaganfall pflegebedürftig; 24 Prozent versterben sogar im ersten Jahr nach dem Vorfall. Dabei zeigen Studien immer wieder, dass bestimmte Lebensregeln das Schlaganfallrisiko relativ einfach und dabei deutlich senken könnten. Forscher um Professor Valery Feigin von der University of Technology in Auckland, Neuseeland, sind nach einer aktuellen Analyse sogar der Überzeugung, dass drei von vier Schlaganfällen vermieden werden könnten.

Bluthochdruck wichtigster Risikofaktor für Schlaganfall

Für ihre Analyse untersuchten die Wissenschaftler die Daten der „Global Burden of Disease“-Studie in Bezug auf Risikofaktoren für Schlaganfälle. Dazu benutzten sie das Konzept der „Disability-Adjusted Life Years“ (DALY). DALY bezeichnet die Summe aus den Lebensjahren, die durch vorzeitigen Tod oder durch körperliche oder geistige Beeinträchtigungen verloren gehen.

Wie sich herausstellte, war der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall ein erhöhter systolischer Blutdruck, während andere Faktoren wie ungesunde Ernährung oder Übergewicht ebenfalls wichtig waren, aber deutlich weniger Einfluss hatten. Rauchen und wenig Bewegung sind weitere bedeutsame Risikofaktoren. Auch ist schon länger bekannt, dass Diabetes das Risiko für einen Schlaganfall stark erhöht.

Luftverschmutzung erhöht Schlaganfallrisiko

Die Forscher fanden zudem heraus, dass weltweit gesehen fast ein Drittel der durch Schlaganfall bedingten DALY auf Luftverschmutzung zurückgehen. Dies gilt vor allem für weniger entwickelte Länder. Dabei beruht allerdings ein nicht geringer Anteil der Feinstaubbelastung auf der Verfeuerung fester Brennstoffe wie Holz im Haushalt. Doch auch in Deutschland, wo kaum noch über offenem Feuer gekocht wird, beträgt der Anteil an den Insult-DALY durch Luftverschmutzung immerhin noch zehn Prozent.

Besorgniserregend finden die Forscher auch, dass zunehmend junge Menschen von Schlaganfällen betroffen sind. Jeder zehnte Patient ist mittlerweile unter 50 Jahre alt. Auch Kinder können betroffen sein. Die Forscher erwarten zudem, dass sich die Zahl der Schlaganfälle bis zum Jahr 2030 verdreifachen wird.

Foto:  © Kurhan - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck , Schlaganfall , Lysetherapie

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaganfall

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Viele Patienten mit starkem Übergewicht können ihren Alltag nur schwer bewältigen oder sogar ihrem Beruf nicht mehr nachgehen. Trotzdem finanzierten die Krankenkassen eine medizinisch begründete Therapie offenbar nach Belieben, kritisieren Selbsthilfeverbände. Der Bundestag soll das jetzt ändern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.