Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Viele Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung

Freitag, 6. April 2018 – Autor: anvo
Über die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen umfassenden Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdienstleistungen. Anlässlich des diesjährigen Weltgesundheitstages am 7. April macht die WHO daher auf die Bedeutung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung aufmerksam.
Gesundheitsversorgung in der Dritten Welt, Weltgesundheitstag, WHO

Medizinische Versorgung ist für viele Menschen nicht selbstverständlich – Foto: ©Alessio Laconi - stock.adobe.com

Was für uns selbstverständlich erscheint, ist es für viele andere Menschen nicht: Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen zu können, und das weitgehend unabhängig von Zeit und Ort und ohne dabei in eine finanzielle Notlage zu geraten. Zurzeit hat über die Hälfte der Weltbevölkerung keinen umfassenden Zugang zu essenziellen Gesundheitsdienstleistungen, wie aus einem gemeinsamen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank hervorgeht. Zudem werden jedes Jahr zahlreiche Haushalte durch notwendige gesundheitsbezogene Ausgaben in Armut gedrängt. Dies sei unnötig, so Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung könne dafür sorgen, dass jeder Mensch Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen kann.

Jeder Mensch hat Anspruch auf medizinische Versorgung

„Die Weltgesundheitsorganisation wurde auf dem Grundsatz gegründet, dass alle Menschen ihr Recht auf ein möglichst hohes Gesundheitsniveau verwirklichen können“, heißt es auf der Website der WHO. Zum 70. Jubiläum des Weltgesundheitstages ruft die Organisation daher dazu auf, die Gesundheit aller Menschen zu fördern. Diese Nachricht wendet sich vor allem an die Staats- und Regierungschefs weltweit. Im Einzelnen heißt das: Jeder Mensch sollte überall Zugang zu Gesundheitsdiensten von hoher Qualität erhalten, ohne dadurch von Armut bedroht zu werden.

Diese bedeute jedoch nicht, alle erdenklichen gesundheitsbezogenen Interventionen kostenfrei zur Verfügung zu stellen, so die WHO. Vielmehr gehe es darum, Maßnahmen gegen wichtige Erkrankungen vorzuhalten und dabei eine ausreichende Qualität sicherzustellen. In den Blick genommen werden sollte neben der individuellen vor allem die bevölkerungsbezogene Gesundheit - beispielsweise im Rahmen umfassender Public Health-Maßnahmen. 

 

70 Jahre WHO

Auch in Deutschland gibt es Verbesserungspotenzial bei der medizinischen Versorgung, beispielsweise bei Geflüchteten. So verdeutlicht ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Razum und Kollegen aus dem Jahr 2016, dass häufig eher der Zufall über den Zugang zur Gesundheitsversorgung von Geflüchteten bestimmt. 

Mit dem Weltgesundheitstag erinnert die Weltgesundheitsorganisation an ihre Gründung im Jahr 1948. Sie legt jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Gedenktag fest. Ziel ist es, dieses aus der Sicht der WHO vorrangige Gesundheitsproblem ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken. Am 7. April 2018 wird der Weltgesundheitstag zum 70. Mal begangen.

Foto: © Alessio Laconi - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Versorgungsforschung , Kinder , Gesundheitssystem
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheitsversorgung

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Der Ukraine-Krieg führt uns vor Augen, dass auch Mitteleuropa verwundbar ist. Wie real ist die Gefahr durch militärisch oder terroristisch missbrauchte Krankheitserreger? Und wer könnte sie einsetzen? Der Chef-Virologe der Bundeswehr zeichnet im Interview mit uns ein Lagebild.


 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin