Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Viele Berliner leiden an der Psyche

Viele Berliner Erwerbstätige leiden an der Psyche. Insgesamt waren sie im vergangenen Jahr 16,6 Tage krankgeschrieben.
Krankschreibungen durch psychische Störungen in Berlin sehr häufig

Psychische Leiden sind in Berlin deutlich häufiger als bundesweit.

Das teilte die Landesvertretung Berlin und Brandenburg der Techniker Krankenkasse (TK) mit. Grundlage sind   Vorabdaten aus dem TK-Gesundheitsreport, der Ende Juni veröffentlicht wird.

Der Krankenstand in Berlin ist diesen Angaben zufolge von 2015 auf 2016 leicht gesunken. 2015 lag er laut TK noch bei 16,8 Tagen. 

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind die Berliner aber nach wie vor mehr Tage arbeitsunfähig geschrieben. Bundesweit waren Beschäftigte 2016 durchschnittlich 15,2 Tage krankgeschrieben. Das waren 1,4 Fehltage weniger.

Schuld an den Krankheitstagen der Berliner Erwerbstätigen sind in erster Linie psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Sie verursachten den Kassenangaben zufolge die meisten Fehltage. Jeder fünfte Krankschreibungstag geht in der Hauptstadt auf psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen zurück. An zweiter Stelle folgen Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems.

Auffallend viele Krankentage durch psychische Erkrankungen in Berlin

Allerdings bleiben die Krankschreibungstage aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen laut TK in Berlin knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Auffällig sind dagegen die vielen Fehltage aufgrund von psychischen Störungen in Berlin. Den Angaben zufolge liegen sie um fast 19 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Atemwegserkrankungen sind die dritte häufige Ursache für Krankentage. Jeder sechste Fehltag entfiel 2016 auf diese Diagnosen.

Die Techniker Krankenkasse würdigt in diesem Zusammenhang das Engagement der Arbeitgeber bei der Prävention von Muskel- und Skeletterkrankungen und bei der Vermeidung von psychischen Erkrankungen. „Viele Betriebe setzen sich gemeinsam mit den Krankenkassen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter ein“, sagt die Berliner TK-Chefin Susanne Hertzer. „Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements arbeiten sie daran, Krankheiten zu verhindern und Arbeitsplätze gesundheitlich unbedenklich zu gestalten.“

 

Kasse sieht Chancen für Beratungsangebote im Internet

Die Krankenkasse verweist aber auch auf das Potenzial niedrigschwelliger Beratungs- und Trainingsangebote im Internet. Auch sie könnten helfen, Krankheiten vorzubeugen oder zu lindern. Zu den Online-Angeboten der TK zählen unter anderem der DepressionsCoach und die Migräne-App.

Für den Gesundheitsreport Berlin hat die TK die Krankschreibungen von rund 353.000 bei der Kasse versicherten Berliner Erwerbstätigen ausgewertet. Grundlage des vollständigen TK-Gesundheitsreports, der Ende Juni erscheinen soll, sind 4,8 Millionen bundesweit bei der TK versicherten Erwerbspersonen.

Foto: Osterland - fotolila.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenkassen , Psychische Krankheiten , Prävention , Betriebliches Gesundheitsmanagement , E-Health
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenstand Berlin

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin