. Umfrage

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Flexible Arbeitszeiten besser als Teilzeit

Teilzeit oder flexible Arbeitszeiten – Was fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser? Eine repräsentative Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hat darauf nun Antworten gegeben.
Arbeitszeiten flexibilisieren

Arbeitnehmer profitieren von flexiblen Arbeitszeiten

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben zur Gesundheit von Beschäftigten beitragen kann und sie länger im Job hält. Doch welches Modell dafür am besten geeignet ist, war bisher umstritten. Nun hat eine repräsentative Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) unter 2000 Angestellten, Beamten und Selbstständigen im Alter von 18 bis 69 Jahren gezeigt: Flexible Arbeitszeiten fördern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie offenbar besser als Teilzeit.

Gleitzeitmodelle sind beliebt

64 Prozent der Befragten erklärten, dass sie mit flexiblen Arbeitszeiten Berufliches und Privates „eher miteinander vereinbaren“ können. Ohne Möglichkeiten der flexiblen Arbeitszeitgestaltung sind es bei Vollzeitbeschäftigten nur 45 Prozent, und selbst bei Teilzeitbeschäftigung ist der Anteil nur minimal höher (47 Prozent).

Ein Blick in die einzelnen Branchen offenbart deutliche Unterschiede bei der Flexibilisierung von Arbeitszeit. Während im Finanz- oder Versicherungssektor sowie in der öffentlichen Verwaltung über 70 Prozent der Befragten flexible Arbeitszeitoptionen zur Verfügung stehen, sieht es im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bildungsbereich, sowie im Hotel- und Gastgewerbe ganz anders aus - hier sind es jeweils nur 30 Prozent oder etwas mehr. Bei den flexiblen Arbeitszeiten finden Gleitzeitmodelle die mit großem Abstand weiteste Verbreitung, während Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice deutlich seltener zur Anwendung kommen.

 

Demografischer Wandel erfordert mehr Flexibilität

Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel lassen familienfreundliche Arbeitsmodelle immer wichtiger werden. Die aktuelle Umfrage liefert dazu nun wichtige Erkenntnisse. Das iga-Barometer wird alle drei Jahre erhoben; 2016 wurde es erstmals per Online-Befragung durchgeführt. Ziel der Initiative ist es, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung vorzubeugen. iga ist eine Kooperation vom BKK Dachverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen (vdek).

Foto: © momius - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Demografischer Wandel
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demografischer Wandel , Fachkräftemangel , Arbeitsbelastung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arbeitszeiten

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Im Oktober startet mit dem Bachelor „Physician Assistance“ (PA) an der Hochschule Anhalt das erste staatliche berufsbegleitende Studium seiner Art in Deutschland. Absolventen erlangen die fachliche Kompetenz, ärztliche Tätigkeiten in Delegation auszuführen. Ziel ist es, die Ärzte zu entlasten und den Ärztemangel in Kliniken und Landarztpraxen abzufedern.
Eine permanente Erneuerung der Raumluft durch Lüftungsanlagen verringert die Gefahr infektiöser Aerosole stärker als manuelles Lüften, sagt der Berliner Aerosolforscher Martin Kriegel. Weil die meisten Menschen kein Gefühl dafür hätten, wann Raumluft verbraucht ist, gelte: Es muss viel öfter gelüftet werden, als man denkt.
 
 
. Interviews
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.