Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
30.04.2020

Verdacht auf Heuschnupfen: Allergie-Test auch per Nasenabstrich möglich

Bei Verdacht auf Heuschnupfen ist ein Allergie-Test auch per Nasenabstrich möglich. Das erspart invasivere Diagnose-Methoden wie Blutentnahme oder Prick-Test und ist besonders für kleinere Kinder eine Option.
allergietest, prick-test, allergene

Ein einfacher Nasenabstrich könnte den üblichen Prick-Test, mit dem nach Allergenen gesucht wird, ersetzen

Bei Verdacht auf Heuschnupfen ist ein Allergie-Test auch per Nasenabstrich möglich. Das erspart invasivere Diagnose-Methoden wie Blutentnahme oder Prick- Test und ist besonders für kleinere Kinder eine Option. Wissenschaftler der TU München und des Helmholtz Zentrums München fanden heraus, dass auch im Nasensekret ausreichend Allergie-Antikörper für eine Diagnose gemessen werden können.

Verstopfte Nase, Juckreiz und Niesattacken - 130 Millionen Menschen in Europa leiden an Heuschnupfen oder anderen Formen der allergischen Rhinitis. Zu ihrer Diagnose werden bislang meist Blut- oder auch sogenannte Pricktests eingesetzt. Besonders Letztere nehmen viele als unangenehm wahr, da die Haut dabei verschiedenen Allergenen ausgesetzt und mit einer feinen Nadel oberflächlich verletzt wird. Aber auch die Blutentnahme empfinden viele Patienten - vor allem Kinder - als problematisch. 

Antikörper von 122 Allergenen

Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin an der TUM und Direktorin des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München, hat mit ihrem Team eine weitere Diagnosemöglichkeit für die allergische Rhinitis getestet.

Die Wissenschaftler untersuchten Proben des Nasensekrets mit einer Messmethode, die eigentlich für Blut entwickelt wurde: Eine neue Biochip-Technologie ermöglicht es, anhand einer minimalen Blutmenge die Konzentration der Antikörper von 112 Allergenen gleichzeitig zu bestimmen. 

 

Personen mit und ohne Sensibilisierung getestet

Mit der molekularen Diagnosetechnologie maßen die Forscher die Konzentration der Allergie-Antikörper vom Typ Immunglobulin-E (IgE) jeweils im Blut und im Abstrich des Nasensekrets ihrer Probanden. IgE-Antikörper sind für die Vermittlung bestimmter allergischer Reaktionen verantwortlich.

Das Forschungsteam untersuchte sowohl Personen mit als auch ohne Sensibilisierung gegenüber den gängigsten Allergenen aus der Luft, zu denen die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, Gräserpollen sowie Birken-, Haselnuss- und Erlenpollen zählen. 

Heuschnupfen: Allergie-Test auch per Nasenabstrich möglich

Wie sich zeigte, ist bei einem Verdacht auf Heuschnupfen ein Allergie-Test auch per Nasenabstrich möglich. Blut und Nasenabstrich lieferten mit dem gleichen Test ähnliche Ergebnisse: Es konnten in beiden Proben jeweils dieselben Sensibilisierungsmuster, also dieselben Stoffe, für die der Körper bereits eine Immunantwort entwickelt hat, nachgewiesen werden. Und zwar für alle untersuchten luftgetragenen Allergene.

Einen Zusammenhang zwischen dem Nachweis von Allergie-Antikörpern im Blut und im Nasensekret hatten schon vorangegangene Studien für einzelne Aeroallergene gezeigt. Nun konnten die Forscher diesen Zusammenhang für eine ganze Bandbreite an Allergenen in der Luft nachweisen. 

Diagnose-Methode besonders für kleinere Kinder geeignet

"Ein großer Vorteil der Allergiediagnose mit dem Nasensekret ist, dass sie sich im Gegensatz zum Blut- oder Pricktest gut für kleine Kinder eignet. Bei ihnen ist eine Therapie in Form einer Hyposensibilisierung besonders wichtig, da sich im Kindesalter aus einer allergischen Rhinitis ein allergisches Asthma entwickeln kann", sagt Claudia Traidl-Hoffmann.

Foto: Adobe Stock/Microgen

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Heuschnupfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Heuschnupfen

21.04.2020

Deuten Schnupfen, Husten oder Atemnot auf Heuschnupfen oder sind es Symtome einer COVID-19-Erkrankung? Es gibt einfache Kriterien, das zu unterscheiden. Und wer an Allergien leidet, sollte auch in diesen Zeiten seine Medikamente weiternehmen.

16.07.2020

Welche Pollen fliegen heute hier? Und wie stark? Mit einer Smartphone-App der Techniker Krankenkasse (TK) können sich Allergie-Patienten an jedem Ort in Deutschland über den lokalen Pollenflug informieren lassen und damit besser mit ihrer Krankheit umgehen. Interessant für Leute, die in Corona-Zeiten innerhalb Deutschlands Urlaub machen, denn: Nicht überall fliegen dieselben Pollen zur selben Zeit.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin