Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
20.01.2017

Verbraucherzentralen informieren über Nahrungsergänzungsmittel

Jeder Dritte Deutsche schluckt Nahrungsergänzungsmittel. Doch helfen die Brausetabletten und Vitaminpräparate wirklich? Das neue online Portal der Verbraucherzentralen „Klartext Nahrungsergänzungsmittel“ weiß Rat.
Nahrungsergänzungsmittel sind ein Milliardengeschäft. Ein neues Portal der Verbraucherzentrale redet Klartext

Nahrungsergänzungsmittel sind ein Milliardengeschäft. Ein neues Portal der Verbraucherzentrale redet Klartext

Verbraucher geben jährlich mehr als eine Milliarde Euro für Nahrungsergänzungsmittel aus. Dabei sind die meisten Gelenkkapseln, Vitamintabletten und Schlankheitspillen wirkungslos, andere mitunter sogar gefährlich. Mit diesem Statement haben die Verbraucherzentralen am Mittwoch ihr neues Portal der „Klartext Nahrungsergänzungsmittel“ vorgestellt. Mit dem Angebot wollen die Verbraucherzentralen mehr Transparenz in einen höchst unübersichtlichen Markt bringen und vor falschen Hoffnungen warnen. Auf der Seite finden sich Informationen über Risiken und mögliche Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln sowie Ernährungstipps. Außerdem kann man sich dort auch beschweren. Erste Beschwerden sind bereits eingegangen und wurden von der Redaktion kommentiert. Gewarnt wird zum Beispiel vor Produkten der Firma Garten Gethsemane Ltd, die Verbraucher mit Wundermittel-Abos in die Irre führen soll.

Normal ernährte Menschen brauchen so etwas nicht

Nach Einschätzung der Verbraucherzentralen sind die meisten Nahrungsergänzungsmittel überflüssig, jedenfalls bei normal ernährten Menschen. Bestenfalls seien die Präparate wirkungslos, schlimmstenfalls könnten sie auch schaden. So könne etwa überdosiertes Vitamin-D zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit führen, im schlimmsten Fall sogar zu Knochenentkalkung und Nierensteinen.

 

Magnesium das beliebteste Nahrungsergänzungsmittel

Magnesiumprodukte sind danach das beliebteste Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland. Jedoch seien viele Präparate überdosiert, was zu schädlichen Wechselwirkungen mit anderen Mineralsalzen führen könne, warnt die Verbraucherzentrale. Gewarnt wird auch vor falschen Werbeversprechen, besonders von Anbietern im Internet. „Hinterfragen Sie Werbeversprechen und Lob zu bestimmten Produkten in Internetforen“, rät die Verbraucherzentrale. Eine Aussage wie „Mit einer abwechslungsreichen Ernährung ist es nicht möglich, eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten“, sei falsch und deswegen verboten.

Staatlich nicht geprüft

Ausdrücklich weist das Portal darauf hin, dass die Wirksamkeit und Sicherheit von den Ergänzungsprodukten nicht staatlich geprüft sind. Laut einer Umfrage glaubt aber nahezu jeder zweite Deutsche genau das. Überhaupt scheinen die meisten recht gutgläubig zu sein: Nach einer Forsa-Umfrage hält die Mehrheit der Befragten (51%) Nahrungsergänzungsmittel für gesundheitsförderlich. Unter den Käufern solcher Produkte sind es sogar 83 Prozent.

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde begrüßte unterdessen das neue „ideologiefreie“ Portal der Verbraucherzentrale. Jede qualifizierte Aufklärung der Verbraucher sei wichtig, betonte BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. „Dazu gehört auch, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht pauschal verunglimpft werden, sondern als das präsentiert werden, was sie sind: Lebensmittel mit dem Ziel der sinnvollen und individuellen Ernährung für jedermann."

Foto: © Innovated Captures - Fotolia.com

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Nahrungsergänzungsmittel , Vitaminmangel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Nahrungsergänzungsmittel

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Kann ein „übersäuerter“ Körper auf Dauer krank machen? Professor Dr. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Zentrum für Ernährungsforschung erläutert, ob die Befürchtung wirklich zutrifft.
 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin