Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
07.09.2019

VdK: Pflegende Angehörige dürfen keine finanziellen Nachteile haben

Pflegende Angehörige erleben besondere Belastungen und oft lassen sich die Aufgaben mit dem Beruf nur schwer vereinbaren. Der VdK fordert daher, pflegende Angehörige finanziell stärker zu unterstützen. Auch Auszeiten sollten leichter möglich sein.
pflegende Angehörige, finanzielle Nachteile, Pflege-Darlehen

Wer Angehörige pflegt, sollte dafür keinen finanziellen Einbußen erleiden

3,41 Millionen Menschen waren dem Statistischen Bundesamt zufolge Ende 2017 pflegebedürftig. 2,59 Millionen Pflegebedürftige wurden zu Hause versorgt, 1,76 Millionen alleine durch Angehörige. Physisch und psychisch ist die Arbeit für pflegende Angehörige oft so belastend, dass sie an ihren Leistungsgrenzen kommen. Mit einem Beruf lässt sich das oft nicht vereinbaren. Zudem werden die Angehörigen durch die Belastung nicht selten selbst krank. Möglichkeiten der Entlastung für pflegende Angehörige gibt es zwar, doch oft ist der Weg dahin kompliziert oder die Entlastungsangebote reichen nicht aus. Der VdK fordert daher, pflegende Angehörige finanziell stärker zu unterstützen.

Pflegende Angehörige dürfen keine finanziellen Nachteile haben

„Die Belastungen sind deutlich geringer, wenn pflegende Angehörige stärker unterstützt werden“, erklärt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. So müsse es beispielsweise möglich sein, dass sich pflegende Angehörige für die Pflege eine Auszeit von der Arbeit nehmen, ohne dadurch große finanzielle Nachteile zu haben. „Pflege-Darlehen, über die aktuell solche Auszeiten finanziert werden, sind der falsche Weg und werden von pflegenden Angehörigen auch nicht nachgefragt“, betont Bentele. Seit 2015 hätten gerade einmal 921 Menschen ein solches Darlehen genommen, so der VdK.

 

VdK schlägt neue Konzepte vor

„Wir brauchen tragfähige Konzepte von Pflege-Auszeiten. Nur damit gelingt es Menschen, Beruf und Pflege wirklich miteinander zu vereinbaren. Gelingen kann das mit unserem Konzept des Pflegepersonengeldes und der Pflegepersonenzeit. Wir verstehen darunter eine Lohnersatzleistung, die der Staat einem privat Pflegenden für eine gewisse Zeit zahlt“, erklärt Bentele. Diese Leistung solle dem Elterngeld und der Elternzeit ähneln, da die Pflege älterer oder kranker Menschen gesellschaftlich genauso wichtig sei wie die Erziehung von Kindern.

Pflegende Angehörige benötigen auch mehr Angebote, die sie von der Pflege entlasten, so der VdK. Dazu gehörten unter anderem mehr Plätze in der Tagespflege oder in der Kurzzeitpflege für Pflegebedürftige. Auch die Angebote in der ambulanten Pflege sollten ausgebaut werden. In einigen Regionen gebe es hier einen teilweise gravierenden Mangel.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Foto: ©Robert Kneschke - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gesundheitssystem , Pflegende Angehörige , Pflegebedingungen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pflegende Angehörige

02.10.2018

Unternehmen in Deutschland bieten Arbeitnehmern, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, nur wenig Unterstützung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP). Häufig fehlt offenbar auch das Wissen, wie die Mitarbeiter am besten unterstützt werden können.

Gesundheitliche Prävention ist keine Frage des Alters. Bis ins hohe Lebensalter kann man vielen gesundheitlichen Problemen vorbeugen – auch bei Pflegebedürftigkeit. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat nun ein frei zugängliches und kostenloses Internetportal speziell mit Tipps für pflegende Angehörige eingerichtet.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Saubere Hände sind nicht nur in der Corona-Pandemie wichtig. Zahlreiche Erkrankungen lassen sich mit gründlicher Händehygiene vermeiden: Erkältungen, Magen-Darm-Probleme – und sogar Wurm-Erkrankungen. Mit kreativen Ideen kann man Kinder dazu motivieren, dass Hände waschen für sie in bestimmten Situationen des Alltags zum festen Ritual wird.

Seit August ist bekannt, dass die Impfquote in Deutschland höher ist als dem Robert Koch Institut gemeldet. Nun rechtfertigt das RKI die Untererfassung, die nach neusten Schätzungen fünf Prozentpunkte beträgt. Das Digitale Impfquotenmonitoring sei als Mindestimpfquote zu verstehen.

 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin