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28.11.2019

Vagusnerv-Stimulation kann bei rheumatoider Arthritis helfen

Die elektrische Vagusnerv-Stimulation kann Beschwerden bei rheumatoider Arthritis lindern. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der Stanford University.
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Die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis werden durch die Stimulation des Vagusnervs gelindert

Die Elektrostimulation eines der Nerven, die das Gehirn mit dem Körper verbinden (Vagusnerv), könnte einen neuen Behandlungsansatz für Patienten mit rheumatoider Arthritis darstellen. Sie linderte die Beschwerden. Das ist das Ergebnis einer Pilotstudie, die Forscher der Stanford University auf dem Europäischen Jahreskongress für Rheumatologie (EULAR 2019) vorstellten.

"Für viele Patienten, die an rheumatoider Arthritis leiden, funktionieren derzeitige Behandlungen nicht oder werden nicht toleriert", sagte Prof. Thomas Dörner, Vorsitzender des wissenschaftlichen Programmausschusses der EULAR.

Vagusnerv führt vom Gehirn in den Bauch

Der Name des Vagusnervs kommt vom lateinischen Wort für "Wandern". Dies liegt daran, dass der Vagusnerv vom Gehirn in die Organe von Hals, Brust und Bauch wandert.

Als Ursache der rheumatoiden Arthritis wird eine Autoimmunreaktion vermutet. Jüngste Fortschritte in den Neurowissenschaften und der Immunologie haben Schaltkreise im Gehirn dargestellt, die die Immunantwort regulieren. In einem der Schaltkreise, dem "Entzündungsreflex", werden im Vagusnerv Signale übertragen, die die Produktion von Zytokinen hemmen, einschließlich des Tumornekrosefaktors (TNF), eines entzündlichen Moleküls, das ein wichtiges therapeutisches Ziel bei rheumatoider Arthritis darstellt.

 

Mini-Stimulator bei 14 Patienten implantiert

Es wird angenommen, dass durch die Stimulierung der Aktivität dieses Entzündungsreflexes die angeborenen Immunantworten moduliert werden können, ohne sie aufzuheben oder eine signifikante Immunsuppression hervorzurufen.

In der Pilotstudie wurde ein neuartiger miniaturisierter Neurostimulator namens MicroRegulator in 14 Patienten mit rheumatoider Arthritis implantiert, bei denen mindestens zwei Biologika und ein JAK-Hemmer als Therapie versagt hatten.

Vagusnerv-Stimulation half bei rheumatoider Arthritis

Alle Patienten erhielten weiterhin Methotrexat. Dann wurde der Vagusnerv über 12 Wochen lang stimuliert – und zwar einmal täglich eine Minute lang oder viermal täglich eine Minute. Die dritte Gruppe erhielt einen Placebo-Reiz. Am Ende der Studie zeigte sich, dass die Patienten, die eine einmal tägliche Stimulation erhielten ein besseres Ergebnis zeigten als die Patienten mit viermal täglicher Stimulation.

Zwei Drittel von ihnen sprachen gut oder mäßig auf die Therapie an, der entsprechende Krankheits-Score (DAS28-CRP-Score, Startwert 5,94) ging um 1,24 zurück. Unter Placebo betrug der Rückgang - 0,16. Die Vagusnerv-Stimulation half folglich bei rheumatoider Arthritis.

Auch Konzentration der Interleukine nahm ab

In der Studie wurden auch Zytokine (kleine Proteine, die für die Signalübertragung von Zellen wichtig sind) gemessen, wobei die aktiv stimulierten Gruppen eine Abnahme der Konzentrationen von Interleukin (IL) 1β, IL-6 und IL TNF-α um mehr als 30 Prozent zeigten.

Implantation und Stimulation wurden im Allgemeinen ohne geräte- oder behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse gut vertragen. Es gab allerdings zwei chirurgisch bedingte unerwünschte Ereignisse, die aber ohne klinisch signifikante Auswirkungen abklangen.

"Unsere Pilotstudie legt nahe, dass dieses neuartige MicroRegulator-Gerät gut verträglich ist und Anzeichen und Symptome von rheumatoider Arthritis lindert", sagte Prof. Genovese. Die Ergebnisse öffneten die Tür auch zur Behandlung anderer chronisch entzündlicher Erkrankungen. Das Gerät sollte nun in einer größeren placebokontrollierten Studie getestet werden. Die aktuelle Studie erschien im Fachmagazin BMJ.

Foto: adobe.com

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